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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 20. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 3 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

🛢 Update: Brent auf Fünfmonatshoch, WTI über 100 Dollar – Iran meldet zwei Minentreffer

Öltanker auf dem Meer – Brent auf Fünfmonatshoch, WTI über 100 Dollar nach Minentreffern in der Straße von Hormus

Der Ölpreis hat am Dienstag, 20. Oktober 2026, den höchsten Stand seit Mai erreicht: Die Nordseesorte Brent stieg zeitweise auf knapp 112 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI notierte wieder über 100 Dollar. Auslöser sind neue Meldungen aus der Straße von Hormus – nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden gerieten zwei Öltanker nach einer Kollision mit Seeminen in Brand. Es ist eine weitere Zuspitzung der Lage, über die wir bereits am 17. Oktober berichtet hatten.

Die Fakten im Überblick

  • Brent: zeitweise 111,99 US-Dollar je Barrel – höchster Stand seit Mai (dpa-AFX); im europäischen Mittagshandel rund 111,25 Dollar, ein Plus von etwa 1,5 Prozent (Dow Jones).
  • WTI: der Dezember-Kontrakt stieg um rund 2,2 Prozent auf etwa 100,75 Dollar (Dow Jones, The National).
  • Auslöser: Laut iranischen Revolutionsgarden setzte eine Kollision mit Seeminen zwei Tanker in der Meerenge in Brand; die Garden bezeichnen die Durchfahrt als „illegal“.
  • Lieferströme: Nach Daten des Analysehauses Kpler kamen im Sieben-Tage-Schnitt (Stand Freitag) nur noch rund 8,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus der Golfregion auf den Markt – nach über 20 Millionen Barrel in der Vorwoche.
  • Weitere Angriffe: Die jemenitischen Huthi reklamierten am Montag erneut mehrere Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, darunter den Flughafen King Khalid in Riad.
  • Erdgas: Der europäische Gas-Terminkontrakt TTF stieg am Montag auf 89,57 Euro je Megawattstunde – der höchste Stand seit Ende 2022. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis etwa verdreifacht.

Was gesagt wurde

Die iranische Seite rechtfertigt ihr Vorgehen: Iran habe „keine andere Wahl“, als die Meerenge zu kontrollieren, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten, sagte ein hoher Regierungsvertreter laut der staatlichen Agentur IRNA, wie dpa-AFX berichtet.

US-Energieminister Chris Wright zeichnete gegenüber Fox News ein anderes Bild: Die Liefermengen aus den Golf-Fördergebieten hätten sich auf rund 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt, berichtet die WirtschaftsWoche.

„Die Öllieferungen aus der Golfregion sind in der letzten Woche deutlich zurückgegangen“, sagte dagegen Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Fritsch laut dpa-AFX. Und Hamad Hussain, Rohstoffexperte bei Capital Economics, warnte: „Die Risiken für die Ölpreise sind eindeutig nach oben gerichtet.“

Die ING-Rohstoffanalysten Warren Patterson und Ewa Manthey sehen im Preis eine Angstprämie: Der Markt preise ein „significant risk premium“ ein – also einen erheblichen Risikoaufschlag, zitiert Oilprice.com aus einer Analyse der Bank.

Hintergrund

Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran im Februar ist die Straße von Hormus – vor dem Krieg Transitweg für rund ein Fünftel der weltweiten Energieexporte – ein Brennpunkt. Laut Kpler wurden allein in den vergangenen zwei Wochen mindestens 18 Schiffe angegriffen. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte Mitte Oktober angekündigt, die Freigabe von Notreserven zu beschleunigen, darunter mehr als 20 Millionen Barrel Diesel. Brent hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 70 Prozent verteuert.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Steigende Rohöl- und Gaspreise wirken sich in der Regel mit einigen Wochen Verzögerung auf Heizöl, Kraftstoffe und Strom- sowie Gastarife aus. Gerade beim Gas fällt der Anstieg in die Phase, in der Deutschland seine Speicher vor dem Winter auffüllen will – laut Südtirol News lag der Füllstand zuletzt bei 61 Prozent. Für die Konjunktur ist das ein Gegenwind: Erst am Dienstag war der ZEW-Index gesunken, auch wegen hoher Energiepreise.

Hinzu kommt die Zinsseite: Anhaltend hohe Energiepreise halten die Inflation erhöht. Analysten erwarten laut The National, dass die US-Notenbank ihre Zinsen in der kommenden Woche erneut anhebt. Für Sparer und Kreditnehmer im Euroraum bleibt damit offen, wie lange das aktuelle Zinsniveau Bestand hat – ein Faktor bei Anschlussfinanzierungen ebenso wie bei Festgeld-Laufzeiten. Ob sich der Preisdruck verfestigt, hängt vor allem davon ab, ob die Tankerrouten im Golf wieder sicher befahrbar werden.

Weiterführend: Trumps Diesel-Deal mit Putin: Was er für Europas Wirtschaft bedeutet · Festgeldkonto Vergleich 2026

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Quellen

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