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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 23. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 3 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

📉 Chinas Leitindex CSI 300 im Bärenmarkt – KI-Ausverkauf erfasst Asiens Börsen

Skyline von Shanghai mit Finanzviertel Lujiazui bei Sonnenuntergang – Chinas Leitindex CSI 300 im Bärenmarkt

Chinas wichtigster Aktienindex ist offiziell im Bärenmarkt angekommen: Der CSI 300 mit den 300 größten Werten aus Shanghai und Shenzhen schloss am Donnerstag, 22. Oktober, 20,2 Prozent unter seinem Hoch vom Juni. Am Freitagmorgen setzte sich der Ausverkauf fort – getrieben von der weltweiten Flucht aus KI-Aktien und schwindenden Hoffnungen auf neue Konjunkturhilfen aus Peking.

Die Fakten im Überblick

  • Schlusskurs Donnerstag: CSI 300 minus 1,8 % auf 4.036,30 Punkte – der tiefste Schlussstand seit Juli 2025.
  • Abstand zum Hoch: 20,2 % unter dem Schlusshoch von 5.059,66 Punkten am 22. Juni; ab 20 % spricht man üblicherweise von einem Bärenmarkt.
  • Freitagvormittag: Weiteres Minus von rund 1,7 % auf 3.964,48 Punkte (Stand 10:15 Uhr Ortszeit); der Shanghai Composite markierte ein 15-Monats-Tief.
  • Technologiewerte besonders schwach: Der Star Market 50 (u. a. Chiphersteller) fiel am Freitag zeitweise um 3,6 %, der ChiNext 50 um 3,1 %. Bereits am Donnerstag verloren der CSI-Halbleiterindex 3,6 % und der CSI-KI-Index 3,3 %.
  • Hongkong: Der Hang Seng gab am Donnerstag rund 3 % nach, der Hang Seng Tech fiel um 5 % auf ein Zweijahrestief.
  • Serie: Der CSI 300 hatte zuvor bereits zehn Wochen in Folge Verluste verbucht – eine in dieser Länge bislang beispiellose Serie.
  • Japan: Die Kerninflation stieg im September auf 2,1 % und lag damit erstmals seit Dezember 2025 wieder über dem 2-Prozent-Ziel der Bank of Japan; der Nikkei 225 fiel am Freitag auf ein Fast-Dreimonatstief.

Was gesagt wurde

„The market is in the dump“ („Der Markt liegt am Boden“), sagte Hao Hong, Managing Partner und Chief Investment Officer bei Lotus Asset Management in Hongkong, laut Reuters. Zur Rolle staatlicher Stützungsfonds ergänzte er: „The National Team has been rather hesitant to make a move.“ („Das sogenannte National Team hat bislang eher gezögert, einzugreifen.“)

Shaun Rein, Managing Director der China Market Research Group, sieht laut einem von EconoTimes zitierten CNBC-Bericht vor allem ein Stimmungsproblem: „It’s a crisis of confidence right now not a crisis in the economy.“ („Das ist derzeit eine Vertrauenskrise, keine Wirtschaftskrise.“)

Hintergrund

Auslöser des Abschwungs ist vor allem ein globaler Rückzug aus KI-Aktien. Zweifel daran, ob Wachstum und Bewertungen der KI-Branche dauerhaft tragfähig sind, hatten bereits an der Wall Street für deutliche Verluste gesorgt – zuletzt nach höheren Investitionsplänen des Facebook-Konzerns Meta. In Asien traf dies besonders Chip- und Technologiewerte in Südkorea, Japan, Hongkong und Festlandchina.

Hinzu kommen hausgemachte Faktoren: Chinas Wirtschaft wuchs im dritten Quartal mit 4,5 % zwar stärker als zuvor, der private Konsum bleibt aber schwach. Gerade das robuste Wachstum dämpft nach Einschätzung von Analysten die Erwartung neuer, größerer Stimuluspakete. Berichten zufolge flossen zwar zuletzt hohe Summen in börsengehandelte Indexfonds, die als bevorzugte Instrumente staatlich gelenkter Investoren gelten – den Abwärtstrend konnten diese Käufe bislang aber nicht stoppen. Genannt werden außerdem Überkapazitäten, harter Preiswettbewerb und die anhaltenden Probleme im Immobiliensektor.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

China gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Ein anhaltender Vertrauensverlust an Chinas Börsen kann ein Hinweis auf eine schwächere Nachfrage dort sein – das betrifft insbesondere exportstarke Branchen wie Autoindustrie, Maschinenbau und Chemie. Unmittelbare Folgen für deutsche Verbraucher sind daraus allerdings nicht abzuleiten.

Für Anlegerinnen und Anleger zeigt die Entwicklung vor allem eines: Der KI-Ausverkauf ist inzwischen ein weltweites Phänomen. Wer über breit gestreute Welt- oder Schwellenländer-ETFs investiert, ist indirekt sowohl in US-Technologiewerten als auch in chinesischen und asiatischen Aktien engagiert. Zugleich hat die Suche nach Sicherheit zuletzt die Renditen von US-Staatsanleihen gedrückt. Ob sich daraus eine längere Korrektur oder nur eine vorübergehende Bewertungsanpassung entwickelt, ist derzeit offen. Eine breite Streuung und ein langfristiger Anlagehorizont bleiben gerade in solchen Phasen zentrale Grundsätze der Geldanlage.

Passend dazu auf alitaj.de: Wall Street: Nasdaq fällt über 2 % – Meta schürt KI-Zweifel sowie China wächst im dritten Quartal um 4,5 Prozent.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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