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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 22. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 4 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

📉 Wall Street: Nasdaq fällt über 2 % – Meta schürt KI-Zweifel, US-Rendite unter 5 %

Kerzenchart eines Börsenkurses auf dunklem Bildschirm – Wall Street: Nasdaq fällt über 2 %, Meta schürt KI-Zweifel

Die Technologiewerte an der Wall Street sind am Donnerstag, 22. Oktober 2026, deutlich unter Druck geraten: Der Nasdaq Composite verlor im Handelsverlauf mehr als zwei Prozent, nachdem Meta mit seinen Quartalszahlen und einer neuen stimmrechtslosen Aktiengattung zur Finanzierung des KI-Ausbaus die Sorgen über die hohen Investitionen der Branche neu entfacht hatte. Gleichzeitig suchten Anleger Sicherheit in US-Staatsanleihen – die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel erstmals seit dem 23. September unter fünf Prozent, während der Ölpreis auf den höchsten Stand seit Mai stieg.

Die Fakten im Überblick

  • Nasdaq Composite: minus 2,21 % auf 26.111,92 Punkte (Stand laut Reuters am frühen Nachmittag New Yorker Zeit, ca. 18:40 Uhr MESZ).
  • S&P 500: minus 1,25 % auf 7.660,02 Punkte; Dow Jones: minus 0,22 % auf 52.741,54 Punkte.
  • Halbleiterwerte: Der Chip-Index gab laut Reuters um mehr als 5 % nach; Lam Research verlor laut AP-Angaben 9,7 %, Nvidia 3,8 %.
  • Meta: Die Aktie fiel um 5 bis 7 %. Der Umsatz übertraf zwar die Erwartungen, der Gewinn blieb laut AP aber hinter den Prognosen zurück. Zudem kündigte der Konzern eine neue, stimmrechtslose Aktiengattung zur Finanzierung seiner KI-Investitionen an.
  • Investitionen: Meta rechnet laut Schwab für 2026 mit Investitionsausgaben von 135 bis 145 Milliarden US-Dollar.
  • US-Anleihen: Die Rendite zehnjähriger Treasuries sank auf rund 4,99 % (Vortag: über 5,1 %). Anfang Oktober hatte sie zeitweise über 5,30 % gelegen.
  • Ölpreis: Brent stieg um mehr als 2 % auf über 111 US-Dollar je Barrel, den höchsten Stand seit Mai. Auslöser waren neue Angriffe der Huthi in Saudi-Arabien.
  • Weltweit: Der MSCI-Weltindex verlor 1,34 %, der europäische STOXX 600 rund 1 %. In Asien fielen Kospi (–3,5 %), Hang Seng (–3 %) und Nikkei 225 (–2,7 %).
  • Bitcoin: fiel unter 82.000 US-Dollar.

Was gesagt wurde

  • „Jeder Index der Welt ist im Grunde ein KI-Index“, sagte Matt Miskin von Manulife John Hancock Investments laut Yahoo Finance (übersetzt).
  • Solange Anleger glaubten, dass die KI-Gewinne real seien, „kaufen sie diese Aktien“, sagte Rick Meckler, Partner bei Cherry Lane Investments, laut Reuters. Wägen sie aber die Gewinne gegen die kommenden Ausgaben ab, würden sie „besorgt, dass diese Aktien alle überbewertet sind“ (übersetzt).
  • „Jeder kleine Stolperer am Markt wird bei einigen dieser Aktien einen großen Rückgang auslösen“, sagte Brendon Dashiell, Portfoliomanager bei Bogart Wealth, laut Reuters (übersetzt).
  • „Der Iran tut alles, um den Ölpreis vor der US-Zwischenwahl in die Höhe zu treiben“, schrieb US-Präsident Donald Trump laut Israel National News und Newsquawk am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social (übersetzt).

Hintergrund

Meta war der erste der großen KI-Infrastruktur-Konzerne („Hyperscaler“), der Zahlen für das dritte Quartal vorlegte. Die Märkte hatten auf ein Signal gehofft, dass sich die enormen Ausgaben für Rechenzentren bald in Gewinnen niederschlagen. Stattdessen rückte die Frage der Finanzierung in den Vordergrund. Auch Tesla senkte seine Investitionsprognose, und der Chipausrüster Lam Research enttäuschte mit seinem Ausblick. Bereits am Montag hatten KI-Sorgen die Börsen in Asien belastet – wir berichteten über den Einbruch des Kospi.

Parallel dazu bleibt die Lage am Ölmarkt angespannt. Neben den Huthi-Angriffen auf Ziele in Saudi-Arabien trieb laut Schwab und Yahoo Finance ein Bericht der New York Times die Preise, wonach die USA und Israel nach der Wahl am 3. November weitere Angriffe auf den Iran planen. Die US-Notenbank entscheidet am 28. Oktober über die Zinsen; die überraschend gesunkenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stützen laut Reuters die Erwartung, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt. In Europa stieg die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen laut Reuters erstmals seit 2013 über die der US-Treasuries – siehe auch unsere Meldung zu Frankreichs Anleihen.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Viele weltweit gestreute Aktienfonds und ETFs sind stark von großen US-Technologiewerten geprägt. Kursrückgänge bei diesen Titeln wirken sich daher auch auf die Depots deutscher Sparer aus – der Rückgang des MSCI-Weltindex um mehr als ein Prozent zeigt das. Ob es sich um eine kurzfristige Korrektur oder eine längere Neubewertung des KI-Sektors handelt, ist derzeit offen.

Der steigende Ölpreis bleibt für Verbraucher in Deutschland der direktere Faktor: Er kann sich mit Verzögerung bei Heizöl, Kraftstoffen und letztlich in der Inflationsrate bemerkbar machen. Sinkende US-Renditen bedeuten dagegen nicht automatisch günstigere Baukredite hierzulande – deutsche Bauzinsen orientieren sich vor allem an den Renditen von Bundesanleihen und Pfandbriefen. Wer eine Finanzierung oder eine Anlageentscheidung plant, sollte die Entwicklung in den kommenden Wochen, auch rund um die Fed-Sitzung, im Blick behalten.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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Quellen

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