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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 19. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 4 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

🤝 Lawrow in Teheran: Iran macht USA für Unsicherheit in der Straße von Hormus verantwortlich

Öltanker auf See vor bergiger Küste – Lawrow in Teheran: Iran macht USA für Unsicherheit in der Straße von Hormus verantwortlich

Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist am Montag, 19. Oktober 2026, zu Gesprächen in Teheran eingetroffen – erstmals seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran. Nach einem Treffen mit Lawrow machte Irans Außenminister Abbas Araghtschi die USA und Israel öffentlich für die Unsicherheit in der Straße von Hormus verantwortlich. Moskau präsentiert sich als möglicher Vermittler, während die Gespräche zwischen Teheran und Washington stocken.

Die Fakten im Überblick

  • Wer: Russlands Außenminister Sergej Lawrow, Irans Außenminister Abbas Araghtschi; geplant war zudem ein Treffen mit Präsident Massud Peseschkian.
  • Wann/wo: Montag, 19. Oktober 2026, Teheran; Lawrow reiste aus Bahrain an, wo er am Ministerrat des Golf-Kooperationsrats (GCC) teilgenommen hatte.
  • Themen laut russischem Außenministerium: Lage am Persischen Golf, gemeinsame Logistik- und Energieprojekte, Umsetzung bilateraler Abkommen.
  • Straße von Hormus: Durch die Meerenge läuft laut AFP normalerweise rund ein Fünftel der weltweit gehandelten Kohlenwasserstoffe; die russische Agentur TASS nennt rund 25 % des globalen Ölhandels und etwa 20 % des LNG-Handels.
  • Lage: Iran beansprucht die Kontrolle über die Meerenge, die USA halten laut AFP eine Gegenblockade iranischer Häfen aufrecht.
  • Ölpreis: Die Nordseesorte Brent kostete laut Reuters am Montagmorgen rund 108,80 US-Dollar je Barrel, nachdem sie am Freitag den höchsten Stand seit Mai erreicht hatte.

Was gesagt wurde

Der von den USA und Israel „aufgezwungene Krieg, verbunden mit der Wirtschaftsblockade“ sei die Hauptquelle der Unsicherheit in der Region, sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf der gemeinsamen Pressekonferenz laut AFP (übersetzt).

„Die fehlende Sicherheit im Golf und in der Straße von Hormus … ist auf die israelisch-amerikanische Aggression zurückzuführen“, sagte Araghtschi laut einem Bericht von APA unter Berufung auf Al Jazeera (übersetzt).

„Russland hat nicht die Absicht, die Umsetzung der Wirtschafts- und Investitionsabkommen mit Iran aufzugeben“, sagte Sergej Lawrow laut der russischen Staatsagentur TASS (übersetzt). Seine Bemühungen zielten laut AFP darauf, die Rückkehr eines großangelegten Kriegs zu verhindern.

Von US-Seite gab es zunächst keine direkte Reaktion auf die Äußerungen. Das US-Außenministerium rief laut Iran International Amerikaner in der Region auf, wegen möglicher Flugausfälle und Luftraumsperrungen wachsam zu bleiben. US-Präsident Donald Trump hatte laut der Agentur AWP Anfang Oktober erklärt, Iran vor den Kongresswahlen am 3. November nicht angreifen zu wollen.

Hintergrund

Der Krieg begann Ende Februar 2026 mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran. Auf eine Waffenruhe im Frühjahr folgte im Juni eine Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran, doch die Kampfhandlungen rund um die Straße von Hormus dauern an. Russland und Iran hatten Anfang 2025 ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft für 20 Jahre geschlossen; eine militärische Beistandsklausel enthält es laut AWP nicht. Präsident Wladimir Putin hatte Peseschkian Anfang Oktober Moskaus Bereitschaft zur Vermittlung signalisiert. Beide Länder gehören zu den am stärksten sanktionierten Staaten der Welt.

Erst am Freitag hatte Trump Russland-Sanktionen und Strafzölle bis auf Weiteres ausgesetzt – mehr dazu in unserer Meldung „Trump setzt Russland-Sanktionen und 500-Prozent-Zölle aus“. Zur Lage in der Meerenge siehe auch „Hormus: Iran meldet Minentreffer bei Supertanker“.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Eine schnelle Entspannung in der Straße von Hormus zeichnet sich nach dem Treffen nicht ab: Beide Seiten bekräftigten ihre Positionen, konkrete Schritte zur Öffnung der Meerenge wurden nicht verkündet. Für Deutschland bleibt damit vor allem der Energiepreis der zentrale Kanal. Solange Brent um die 110 US-Dollar notiert, dürften Heizöl, Kraftstoffe und importiertes Flüssiggas teuer bleiben – das stützt die Inflation und erschwert der EZB weitere Zinssenkungen.

Für Kreditnehmer heißt das: Bauzinsen hängen eng an den Renditen langfristiger Anleihen, die in Phasen hoher Energiepreise und Inflationssorgen eher fest bleiben. Sparer können bei Tages- und Festgeld von einem höheren Zinsniveau profitieren, während die Kaufkraft durch steigende Lebenshaltungskosten belastet wird. An den Börsen dürften energieintensive Branchen und Fluggesellschaften weiter empfindlich auf Nachrichten aus der Golfregion reagieren. Das ist eine Einordnung, keine Prognose – die Entwicklung hängt stark von den weiteren Verhandlungen ab.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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Quellen

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