🌐 Trump offen für Gipfel mit Putin und Xi in China – Kiew kritisiert Treffen ohne Ukraine

US-Präsident Donald Trump hat sich am Montag (19. Oktober) bereit erklärt, im November in China mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping zusammenzukommen. Nach Angaben des Kremls könnte das Dreiertreffen am Rande des APEC-Gipfels in Shenzhen stattfinden. Die Ukraine wäre daran nach bisherigem Stand nicht beteiligt – Kiew lehnt ein solches Format ab.
Die Fakten im Überblick
- Möglicher Termin: APEC-Gipfel in Shenzhen (China), 18. bis 19. November 2026.
- Ursprung: Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ hatte Putin das Dreiertreffen vorgeschlagen; der Vorschlag soll bei einem Telefonat mit Trump am 9. Oktober gefallen sein.
- Themen laut Trump: Schwerpunkt Atomwaffen und Denuklearisierung, möglicherweise auch der Krieg in der Ukraine.
- Kreml: Die Idee sei „erwähnt“ worden, konkrete Vorschläge oder Absprachen zur Tagesordnung gebe es aber noch nicht.
- China: Außenamtssprecherin Mao Ning erklärte, ihr lägen keine Informationen zu einem solchen Treffen vor.
- Vorgeschichte: Am 16. Oktober hatte Trump neue Sanktionen und Zölle gegen Russland und dessen Handelspartner ausgesetzt; zuvor war ein Abkommen über russische Dieselexporte bekannt geworden.
- Lage in der Ukraine: Laut örtlichen Behörden wurden am Montag bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Park in der Region Charkiw sechs Menschen getötet.
- Märkte (laut Dow Jones Newswires): Spekulationen über den Gipfel belasteten am Montag europäische Rüstungswerte – Rheinmetall −2,8 %, Airbus −2,3 %, Thales −0,9 %. Der DAX schloss 1,2 % tiefer bei 25.319,77 Punkten.
Was gesagt wurde
- „Ich würde es tun, nicht so sehr wegen der Ukraine, denn Russland ist, ehrlich gesagt, mit der Ukraine gut zurechtgekommen“, sagte US-Präsident Donald Trump laut AFP (übersetzt). Auf Nachfrage ergänzte er, er werde tun, was er könne, um den Krieg zu beenden.
- Eine endgültige Regelung sei „ohne die Beteiligung von jemandem aus Kiew unmöglich“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Euronews (übersetzt).
- Ein Dreiertreffen der Staatschefs Russlands, Chinas und der USA würde „genau das Gegenteil bewirken“ und Putin ermutigen, den Krieg fortzusetzen, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha laut Euronews (übersetzt).
- „Wenn Putin diesen Krieg beenden möchte, kann er ihn einfach heute beenden“, erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission laut Euronews (übersetzt) und betonte die Rolle Europas bei jeder künftigen Lösung.
Hintergrund
Das Verhältnis zwischen Washington und Kiew ist zuletzt angespannter geworden. Die Ukraine wirft den USA nach AFP-Angaben vor, wichtige Geheimdienstinformationen zurückzuhalten. Trump verteidigte sein Diesel-Abkommen mit Moskau sowie die Aussetzung neuer Sanktionen und kritisierte erneut den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Putin wiederum lehnt ein Treffen mit Selenskyj ab, solange kein fertiges Friedensabkommen vorliegt. Ob der Gipfel in Shenzhen tatsächlich zustande kommt und welche Themen dort verhandelt würden, ist offen – sowohl Moskau als auch Peking haben bislang nichts Konkretes bestätigt.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Für die Börse ist die Aussicht auf Gespräche zwischen den drei größten Militärmächten ein zweischneidiges Signal. Kurzfristig reagierten vor allem Rüstungswerte, die stark von europäischen Verteidigungsausgaben und der Ukraine-Hilfe abhängen, mit Abschlägen. Gleichzeitig ist das Umfeld ohnehin angespannt: Der Ölpreis der Sorte Brent liegt laut Dow Jones Newswires nahe 110 US-Dollar je Barrel, und die Inflation in Deutschland bleibt nach Einschätzung der Bundesbank vorerst erhöht.
Einordnung: Eine spürbare Entspannung im Ukraine-Krieg könnte mittelfristig Energiepreise und Unsicherheit dämpfen – ein Abkommen, das ohne Kiew und ohne Europa ausgehandelt wird, könnte aber auch neue politische Spannungen innerhalb der EU und mit den USA auslösen. Für Verbraucher, Sparer und Kreditnehmer bleibt die Lage damit vorerst schwer kalkulierbar; entscheidend für Zinsen und Preise bleiben Energiepreise und die Geldpolitik der Zentralbanken.
Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Mehr zum Thema: Trump setzt Russland-Sanktionen und 500-Prozent-Zölle bis auf Weiteres aus · Trumps Diesel-Deal mit Putin: Was er für Europas Wirtschaft bedeutet
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Quellen
- Euronews, 20.10.2026: Trump says he is open to three-way summit with Putin and Xi in China
- AFP via The Manila Times, 20.10.2026: Trump says ready to meet with Putin and Xi in China
- AFP via Deccan Chronicle, 20.10.2026
- Euronews, 19.10.2026: Putin seeks Ukraine summit with Trump and Xi but refuses talks with Zelenskyy
- The Washington Post, 19.10.2026: Russia proposes a Trump-Xi-Putin meeting in China next month
- Dow Jones Newswires via finanzen.at, 20.10.2026: Morning Briefing Deutschland/Europa
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