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Weltnachrichten 📅 28. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 3 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

🗳 Israel-Wahl: Kein Lager mit Mehrheit – Schekel und Börse in Tel Aviv geben nach

Knesset-Gebäude in Jerusalem – Israel-Wahl: Kein Lager mit Mehrheit, Schekel und Börse geben nach

Nach der Parlamentswahl in Israel am Dienstag, 27. Oktober 2026, hat nach bisheriger Auszählung keines der beiden großen Lager eine Mehrheit in der Knesset. Die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu liegt als stärkste Kraft vorn, das Oppositionslager um den früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot folgt dahinter. An den Finanzmärkten in Tel Aviv sorgte das unklare Ergebnis am Mittwochmorgen für Verluste bei Aktien und der Landeswährung Schekel.

Die Fakten im Überblick

  • Mehrheit: Für eine Regierungsmehrheit sind 61 der 120 Sitze in der Knesset nötig – diese Marke erreicht nach den bisherigen Zahlen kein Lager.
  • Stärkste Parteien (Hochrechnung): Likud rund 27 Sitze, Eisenkots Partei Yashar! rund 21 Sitze.
  • Zwischenstand der Blöcke: Laut Ynet kam das Netanjahu-Lager bei etwa 51,5 % ausgezählter Stimmen auf 55 Sitze, das Eisenkot-Lager auf 49 und die arabischen Parteien auf 16. Die Zahlen schwanken mit jeder Auszählungsrunde noch.
  • Wahlbeteiligung: 77,7 % – laut Zentralem Wahlausschuss der höchste Wert seit 1999.
  • Noch offen: Rund 600.000 bis 650.000 Stimmen in doppelten Umschlägen (u. a. von Soldaten und Diplomaten) werden gesondert geprüft; das Endergebnis wird bis Freitag erwartet, das amtliche Ergebnis laut Al Jazeera am 4. November.
  • Märkte (Mittwochvormittag): Der US-Dollar stieg auf rund 3,08–3,09 Schekel (laut All Israel News ein Plus von etwa 2 %), der Euro auf über 3,42 Schekel. Der Leitindex TA-35 fiel um 1,4 %, der Bankenindex um 3 %. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg um 6 Basispunkte auf 4,1 %.

Was gesagt wurde

„Wir haben Geschichte geschrieben“, sagte Oppositionsführer Gadi Eisenkot laut Ynet. „Die Öffentlichkeit hat sich für den Wandel entschieden.“

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief laut Ynet dazu auf: „Die zionistische Mehrheit muss zur Besinnung kommen und sich vereinen.“ In der Wahlnacht sagte er laut Times of Israel: „Iran ist schwächer denn je, Israel ist stärker denn je.“

Vertreter der arabischen Parteien, darunter Yousef Jabareen (Joint List) und Mansour Abbas (Ra’am), warfen Netanjahu laut Al Jazeera vor, im Wahlkampf mit Angst zu arbeiten.

Hintergrund

Die Wahl galt als Abstimmung über Netanjahus Kurs seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023, den Krieg in Gaza und die anhaltende Konfrontation mit Iran. Nach dem amtlichen Ergebnis konsultiert Staatspräsident Isaac Herzog die Fraktionen und beauftragt dann einen Abgeordneten mit der Regierungsbildung; dafür stehen bis zu 42 Tage zur Verfügung. Möglich sind laut Al Jazeera eine Minderheitsregierung oder eine Rotation im Amt des Regierungschefs. Bis zu einer neuen Regierung bleibt das bisherige Kabinett geschäftsführend im Amt; scheitern alle Versuche, drohen Neuwahlen.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Unmittelbar betroffen sind vor allem israelische Vermögenswerte: Ein schwächerer Schekel und fallende Kurse in Tel Aviv spiegeln die Sorge vor langen Koalitionsverhandlungen wider. Für deutsche Anleger mit Israel-Bezug kann das Währungsschwankungen bedeuten.

Wichtiger für Deutschland ist der indirekte Weg über die Nahost-Politik. Der Ölpreis liegt wegen des Iran-Konflikts bereits über 110 US-Dollar je Barrel Brent. Ob eine künftige Regierung in Jerusalem eher auf Eskalation oder auf Verhandlungen setzt, kann die Energiepreise und damit Heizkosten, Spritpreise und Inflation in Europa mitbeeinflussen. Solange keine Regierung steht, dürfte die Unsicherheit an den Märkten anhalten – belastbare Aussagen sind erst nach dem amtlichen Ergebnis und den ersten Gesprächen bei Präsident Herzog möglich.

Zum Iran-Konflikt und seinen wirtschaftlichen Folgen lesen Sie auch: Teheran: Iran, Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan vereinbaren weitere Sicherheitsgespräche sowie Iran meldet sieben getroffene Tanker vor Hormus – Brent steigt auf 112 Dollar.

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Quellen

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