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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 26. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 4 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

🕊 Teheran: Iran, Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan vereinbaren weitere Sicherheitsgespräche

Großstadt-Skyline im orangen Abendlicht – Symbolbild: Iran, Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan vereinbaren weitere Sicherheitsgespräche in Teheran

In Teheran haben sich am Montag, 26. Oktober 2026, erstmals Spitzenvertreter Irans, Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans zu Gesprächen über regionale Sicherheit getroffen. Die vier Staaten vereinbarten in einer kurzen gemeinsamen Erklärung, den Dialog fortzusetzen – ein konkretes Abkommen oder ein neuer Mechanismus wurde nicht verkündet. Das Treffen gilt als Versuch, eine erneute Eskalation zwischen Iran und den USA abzuwenden.

Die Fakten im Überblick

  • Gastgeber: Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans; Präsident Massud Peseschkian empfing die Delegationen.
  • Gäste: Saudi-Arabiens Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman, Pakistans Armeechef Feldmarschall Asim Munir (begleitet von Innenminister Mohsin Naqvi) und der türkische Geheimdienstchef Ibrahim Kalin.
  • Format: Erstes Vierer-Treffen Irans mit den drei Unterzeichnern des im August geschlossenen „Mekka-Verteidigungsabkommens“ (Pakistan, Saudi-Arabien, Türkei), das einen Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle wertet.
  • Ergebnis: Fortsetzung der Gespräche vereinbart; kein Termin für ein nächstes Treffen, keine Einigung zum Umgang mit den Kämpfen.
  • Parallel: Katar vermittelt seit Sonntagabend in Teheran; Pakistan und Katar hatten bereits im Juni ein später gescheitertes Zwischenabkommen zwischen Washington und Teheran vermittelt.
  • Ölmarkt: Brent fiel am Montagmorgen laut Reuters um rund 1,9 % auf 114,51 US-Dollar je Barrel; WTI notierte am Nachmittag laut investingLive bei 101,83 Dollar (−1,44 Dollar).

Was gesagt wurde

Die vier Länder wollen „den Dialog fortsetzen, um die Zusammenarbeit zwischen den vier Ländern der Region zu stärken“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung laut Arab News.

„Die Islamische Republik Iran unterstützt jede Verständigung, die auf eine Stärkung der Einheit und des Zusammenhalts islamischer Nationen abzielt“, sagte Irans Präsident Massud Peseschkian laut der staatlichen Agentur IRNA, zitiert von Arab News. Der stellvertretende Sicherheitsratssekretär Ali Bagheri Kani nannte das Treffen vorab einen möglichen „wirksamen und wichtigen Schritt“ hin zu einem eigenständigen regionalen Sicherheitsrahmen.

Das saudische Außenministerium rief laut Asharq Al-Awsat alle Konfliktparteien auf, konstruktiv auf die Ergebnisse des Besuchs sowie auf die katarische und pakistanische Vermittlung zu reagieren.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag seine Abwägung so beschrieben: „Meine Frage ist nun: Schließe ich ein Abkommen mit ihnen, oder mache ich ihnen endgültig ein Ende?“, berichtete CBS News. Einen Angriff für Sonntag hatte er zugleich ausgeschlossen.

Hintergrund

Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran. Seitdem stören Angriffe auf Infrastruktur am Golf und Behinderungen in der Straße von Hormus sowie im Bab el-Mandeb den Schiffs- und Energieverkehr. Zuletzt verstärkten die mit Iran verbündeten Huthi ihre Angriffe auf Saudi-Arabien, darunter auf Ölanlagen und den Flughafen Riad. Dass ausgerechnet Riad nun eine Delegation nach Teheran schickt, werten Beobachter als Zeichen, dass die Golfstaaten eine neue Eskalationsrunde vermeiden wollen. Laut The New Arab standen auch Palästina, Libanon und die Folgen des Krieges auf der Agenda. Peseschkian bekräftigte dort, Iran strebe keine Atomwaffen an, und kritisierte, Washington biete Gespräche an und drohe zugleich mit Angriffen.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Für Deutschland zählt vor allem der Ölpreis: Jede Entspannung im Golf kann die Risikoprämie senken, die derzeit in Brent und Diesel steckt – mit Folgen für Sprit-, Heiz- und Transportkosten und damit für die Inflation. Die Reaktion am Montag blieb allerdings verhalten. Analystin Vandana Hari (Vanda Insights) warnte laut Reuters, die Erleichterung könne sich als „vorübergehend“ erweisen, zumal Trump Angriffe nach den US-Zwischenwahlen am 3. November nicht ausgeschlossen habe. IEA-Chef Fatih Birol erwartet laut Reuters auch 2027 keine Rückkehr der Energiemärkte zum Vorkriegsniveau. Einordnung: Solange es kein belastbares Abkommen gibt, dürften Energiepreise schwankungsanfällig bleiben – das spricht für Planungspuffer bei Haushaltsbudget, Nebenkosten und Finanzierungen.

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