🕊 Iran: Peseschkian gibt USA Schuld an geplatztem Zwischenabkommen – will neuen Anlauf

Irans Präsident Massoud Peseschkian hat am Samstag, 24. Oktober 2026, im Staatsfernsehen die USA für das Scheitern eines Zwischenabkommens verantwortlich gemacht – und zugleich einen neuen Anlauf gefordert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Äußerung fällt in eine Phase, in der Washington offen über neue Militärschläge spricht und der Ölpreis auf dem höchsten Stand seit Monaten notiert.
Die Fakten im Überblick
- Wer und wann: Irans Präsident Massoud Peseschkian, Ausstrahlung im iranischen Staatsfernsehen am Samstag, 24. Oktober 2026 (Reuters-Meldung aus Dubai, 15:01 Uhr MESZ).
- Kernaussage: Die USA hätten ein bereits verhandeltes Zwischenabkommen platzen lassen; Teheran solle dennoch versuchen, es abzuschließen. Inhalt und Zeitpunkt der Gespräche nannte Reuters nicht.
- US-Seeblockade: UN-Botschafter Mike Waltz erklärte, Washington könne die Blockade iranischer Häfen „auf absehbare Zeit“ aufrechterhalten.
- Drohung mit neuen Angriffen: US-Präsident Donald Trump sagte auf einer Kundgebung in Florida, die USA könnten eine weitere Runde der im Februar begonnenen Operation „Epic Fury“ starten. US-Botschafter Tom Barrack schloss Angriffe bereits an diesem Wochenende nicht aus.
- Sicherheitslage am Golf: Die saudisch geführte Koalition fing am Samstag eine Huthi-Rakete in Richtung Riad sowie weitere Raketen in Richtung Taif und Yanbu ab; Berichte über Opfer gab es nicht.
- Ölpreis: Die Nordseesorte Brent schloss am Freitag bei 116,72 US-Dollar je Barrel (+3,1 %), die US-Sorte WTI bei 103,27 Dollar (+3,8 %).
- Nächste Termine: Laut Investing.com soll Peseschkian kommende Woche am Rande eines Gipfels gasexportierender Länder in Moskau Russlands Präsidenten Wladimir Putin treffen.
Was gesagt wurde
„Wir waren in Verhandlungen, doch die Feiglinge (die Amerikaner) haben alles zunichtegemacht“, sagte Peseschkian laut Reuters. Und weiter: „Ich bin weiterhin der Ansicht, dass wir das Abkommen abschließen sollten.“
US-UN-Botschafter Mike Waltz äußerte laut Asharq Al-Awsat die Hoffnung, Iran werde zu ernsthaften Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückkehren – die Blockade könne bis dahin „auf absehbare Zeit“ bestehen bleiben.
„Könnte es an diesem Wochenende einen Angriff geben? Absolut“, sagte US-Botschafter Tom Barrack in einem Podcast-Interview, wie Gulf News berichtet. Trump selbst sagte laut Jerusalem Post: „Vielleicht machen wir noch ein kleines Epic Fury.“ Später erklärte er laut Investing.com, von konkreten Plänen nichts zu wissen.
Hintergrund
Der Krieg begann Ende Februar 2026 mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran. Eine zwischenzeitliche Waffenruhe endete Anfang Juli; von Pakistan vermittelte Gespräche über einen dauerhaften Frieden stecken seit Monaten fest. Erst Anfang Oktober hatte Peseschkian Verhandlungen mit Washington noch als „sinnlos“ bezeichnet, wie der ORF berichtete – der neue Aufruf ist daher ein bemerkenswerter Tonwechsel. Gleichzeitig verschärft sich die Lage: US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton warnte in einem Memo, Iran habe seine Bemühungen, US-Personal ins Visier zu nehmen, „erheblich verstärkt“. Mehrere US-Medien berichten zudem über Vorbereitungen für mögliche neue Luftschläge, eine Entscheidung ist laut diesen Berichten aber nicht gefallen. Auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte sich technisch bereit, die Überwachung in Iran wieder aufzunehmen.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Einordnung: Für Deutschland ist vor allem der Ölpreis der entscheidende Übertragungsweg. Signale der Gesprächsbereitschaft aus Teheran könnten die Risikoprämie am Ölmarkt grundsätzlich dämpfen – solange aber gleichzeitig neue US-Angriffe im Raum stehen und die Seeblockade andauert, dürfte die Unsicherheit hoch bleiben. Ein Brent-Preis um 117 Dollar wirkt mit Verzögerung auf Heizöl-, Diesel- und Benzinpreise sowie auf die Inflation. Höhere Inflation erschwert es den Notenbanken, Zinsen zu senken – das betrifft Bauzinsen ebenso wie Tagesgeld- und Festgeldkonditionen. Am Montag dürfte sich an den Börsen zeigen, wie Anleger die Signale des Wochenendes gewichten. Für Haushalte und Unternehmen mit hohem Energiebedarf bleibt Planungssicherheit das wichtigste Thema.
Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Mehr zum Thema auf alitaj.de: Brent auf Kriegshoch über 117 Dollar · Pakistans neuer Vermittlungsvorschlag zwischen USA und Iran
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