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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 24. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 4 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

🛢 Update: Brent auf Kriegshoch über 117 Dollar – USA verkleinern vier Nahost-Botschaften

Raffinerie mit Schornsteinen im goldenen Abendlicht – Brent auf Kriegshoch über 117 Dollar, USA verkleinern vier Nahost-Botschaften

Der Ölpreis der Nordseesorte Brent ist am Freitag, 23. Oktober, kurzzeitig über 117 US-Dollar je Barrel gestiegen – so hoch wie noch nie seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar. Parallel kündigte das US-Außenministerium an, das Personal an seinen Botschaften in Jordanien, im Libanon, in Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu reduzieren. Auslöser sind wachsende Sorgen vor einer neuen Eskalation zwischen den USA und Iran.

Diese Meldung ist ein Update zu unserem Bericht „Aramco räumt Zentrale in Dhahran – Brent steigt auf über 114 Dollar“ vom Vortag.

Die Fakten im Überblick

  • Ölpreis: Brent erreichte am Freitag kurzzeitig mehr als 117 US-Dollar; der Handelstag endete laut Trading Economics bei rund 116,50 Dollar – ein Tagesplus von knapp 3 %.
  • Wochenbilanz: Rund 5 % Plus, die dritte Gewinnwoche in Folge. Anfang Oktober hatte Brent laut CBS News noch bei etwa 97 Dollar gelegen.
  • Botschaften: Weniger Personal in Amman, Beirut, Doha und Abu Dhabi; die Vertretungen bleiben geöffnet, eine Ausreisepflicht besteht nicht. Aus Saudi-Arabien waren nicht notwendige Mitarbeiter und Angehörige bereits am Mittwoch abgezogen worden.
  • Geheimdienst-Memo: US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton warnte Außenminister Marco Rubio vor deutlich verstärkten iranischen Plänen gegen US-Personal im Ausland.
  • Schifffahrt: Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, sieben Tanker nahe der Straße von Hormus außer Gefecht gesetzt zu haben.
  • Zeitplan: Das Weiße Haus hatte erklärt, vor den US-Zwischenwahlen am 3. November keine neuen Angriffe zu starten.

Was gesagt wurde

„We may do another little Epic Fury, or they’ll agree“ („Vielleicht machen wir noch ein kleines Epic Fury, oder sie stimmen zu“), sagte US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida laut AP. „Epic Fury“ ist der Name der US-Militäroperation gegen Iran.

Auf die Frage nach einem möglichen Angriff noch an diesem Wochenende antwortete der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, im israelischen Armeeradio: „Absolutely“ („Absolut“), so CBS News. Zugleich betonte er laut Ynet, der Präsident sei „offen“ für eine Einigung. Trump erklärte später, von solchen Plänen nichts zu wissen.

US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton schrieb in seinem Memo, die iranischen Planungen gegen US-Bürger hätten „advanced stages“ („fortgeschrittene Stadien“) erreicht – laut AP und CBS News.

Irans Außenminister Abbas Araghchi warnte in einem Gastbeitrag in der Financial Times, jede weitere Eskalation rund um die Straße von Hormus oder anderswo in der Region werde „civilian lives“ („das Leben von Zivilisten“) gefährden, berichtet AP.

Hintergrund

Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran dauert seit Ende Februar an und steckt laut AP in einer Pattsituation. Vermittler versuchen, formelle Gespräche wieder in Gang zu bringen. Gleichzeitig greifen die mit Iran verbündeten Huthi-Milizen aus dem Jemen nahezu täglich Ziele in Saudi-Arabien an. US-UN-Botschafter Mike Waltz sagte der Financial Times, der Konflikt könne noch ein weiteres Jahr dauern; später erklärte er, seine Aussagen seien verkürzt wiedergegeben worden. Irans Präsident Massud Peseschkian wird kommende Woche zu Gesprächen mit Wladimir Putin in Moskau erwartet.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Ein Brent-Preis von über 115 Dollar wirkt mit Verzögerung auf Heizöl, Diesel und Benzin in Deutschland. Verbraucher müssen daher eher mit weiter hohen Spritpreisen rechnen. Für die Industrie steigen die Energie- und Transportkosten – ein Faktor, der bereits den jüngsten Einkaufsmanagerindex der Eurozone gedrückt hat.

Für die Geldpolitik ist die Lage zweischneidig: Höhere Energiepreise heizen die Inflation an, bremsen aber zugleich das Wachstum. Ob und wie die Europäische Zentralbank darauf reagiert, ist offen. Für Sparer und Kreditnehmer bedeutet das: Zinsen für Tages- und Festgeld sowie Bauzinsen bleiben anfällig für Schwankungen. Ob sich die Lage entspannt oder weiter zuspitzt, hängt maßgeblich von den Entwicklungen in den kommenden Tagen ab – insbesondere davon, ob es zu neuen Angriffen oder zu Verhandlungen kommt.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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Quellen

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