🗳 US-Midterms: Demokraten gewinnen beide Kammern – Dollar fällt auf Monatstief

Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen vom 3. November die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewonnen, wie die Nachrichtenagentur AP und der Sender NPR in der Nacht zum Mittwoch berichteten. Präsident Donald Trump muss damit in seinen letzten beiden Amtsjahren mit einem Parlament regieren, das die Gegenseite führt. An den Finanzmärkten fiel der Dollar auf ein Monatstief, für den DAX wird ein schwächerer Start erwartet.
Die Fakten im Überblick
- Senat: AP beziffert die demokratische Mehrheit laut Cash. auf mindestens 51 Mandate. Bisher stand es 53 zu 47 für die Republikaner, 35 der 100 Sitze waren zu vergeben.
- Gedrehte Senatssitze: Laut NPR sieben: North Carolina, South Carolina, Ohio, Texas, Kansas, Iowa und Maine. Die dpa zählte in ihrer Fassung vom frühen Morgen fünf; die Auszählung läuft teils noch.
- Repräsentantenhaus: Alle 435 Sitze standen zur Wahl. Mindestens 28 Mandate wechselten laut Cash. zu den Demokraten. Vor der Wahl lag die Verteilung bei 218 Republikanern und 214 Demokraten.
- Dollar: Der Dollar-Index fiel laut Reuters um 0,6 Prozent auf 101,27 Punkte, der Euro stieg auf 1,1258 Dollar.
- Anleihen: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank laut Reuters um knapp 5 Basispunkte auf 4,915 Prozent.
- Aktien: dpa-AFX erwartet den DAX rund 0,5 Prozent tiefer bei etwa 25.730 Punkten (Dienstagsschluss: 25.864,62). Der Nikkei verlor zeitweise rund 3 Prozent.
- Rohstoffe: Brent lag laut Reuters bei etwa 102,90 Dollar je Barrel, Gold laut Euronews bei 3.958,50 Dollar je Feinunze.
Was gesagt wurde
- „Wir werden mit den Demokraten zusammenarbeiten, und wir freuen uns schon darauf“, sagte US-Präsident Donald Trump der „New York Times“, wie die dpa berichtet. Auf Truth Social schrieb er: „Ich stand nicht auf dem Stimmzettel.“
- „Wir sind bereit, sofort loszulegen, um die Kosten zu senken, das Chaos einzudämmen und die Korruption zu stoppen“, sagte der demokratische Senatsfraktionschef Chuck Schumer laut NPR (aus dem Englischen übersetzt).
- „Die Republikaner im Senat werden nicht tatenlos zusehen“, erklärte Senats-Mehrheitsführer John Thune laut NPR (übersetzt).
- „Selbst bei einem Durchmarsch der Demokraten bleibt es schwierig, auf Bundesebene Gesetze zu verabschieden“, sagte Währungsstratege Moh Siong Sim von der Bank OCBC laut Reuters (übersetzt).
Hintergrund
Trump hatte die Wahl im Wahlkampf zu einer Abstimmung über sich selbst erklärt. Als Gründe für den Ausgang nennt AP den Unmut über hohe Preise, den Iran-Krieg und Korruptionsvorwürfe. Unter den Unterlegenen sind laut t-online auch von Trump unterstützte Kandidaten wie Ken Paxton in Texas.
Die neuen Mehrheiten gelten ab Januar. Die Demokraten können dann Gesetzgebung und Haushalt mitbestimmen und Untersuchungen einleiten, der Senat bestätigt zudem hohe Regierungsposten und Richter. Trump behält sein Vetorecht und kündigte an, zum „Mr. Veto“ zu werden. Ein Amtsenthebungsverfahren könnte das Repräsentantenhaus mit einfacher Mehrheit eröffnen; für eine Verurteilung wären laut Tagesspiegel mindestens 67 Senatoren nötig.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Die folgende Einordnung beschreibt mögliche Wirkungen und ist keine Prognose. Euro und Dollar: Ein festerer Euro verbilligt in Dollar abgerechnete Importe wie Öl tendenziell und erschwert Exporte. Die Bewegung eines Morgens ist aber noch kein Trend.
Handel: Tai Hui von J.P. Morgan Asset Management erwartet laut Reuters, dass eine geteilte Regierung die Defizite eher begrenzt, Trump aber bei Handel, Zöllen und Außenpolitik Einfluss behält. Eine automatische Entlastung für deutsche Exporteure lässt sich aus dem Wahlergebnis also nicht ableiten.
Depots: Analysten führen die Verluste bei Technologiewerten laut Reuters auch auf die Sorge vor strengerer KI-Regulierung zurück. Das betrifft viele Privatanleger: Laut BVI entfielen Mitte 2025 rund 48 Prozent des Aktien-ETF-Vermögens in Deutschland auf die USA, Technologiewerte machen laut Cash. etwa 26 Prozent aus.
Zinsen: Bauzinsen orientieren sich stärker an Bundesanleihen als an US-Papieren; die zehnjährige Bundesanleihe rentierte laut Euronews bei 3,35 Prozent. Reuters zufolge stehen zudem die Inflationsdaten für den Euroraum im Oktober an. Wer eine Anschlussfinanzierung plant, findet dazu mehr in unserem Beitrag. Zum Ölmarkt siehe auch unsere Meldung zum Konflikt um den Iran.
Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
📅 Persönliche Beratung – Termin online buchen
Ob schwankende Wechselkurse und Renditen Ihre Finanzierung oder Ihr Erspartes berühren, prüfen wir gern gemeinsam. Kostenlos & unverbindlich – mit sofortiger Bestätigung und Kalendereintrag.
Oder direkt: WhatsApp/Telefon +49 176 70 200 705 · info@alitaj.de
Quellen
- AP über 13abc, 04.11.2026
- NPR über KPBS, 04.11.2026
- dpa über WEB.DE, 04.11.2026
- Tagesspiegel, 04.11.2026
- t-online, 04.11.2026
- Reuters über Investing.com (Dollar), 04.11.2026
- Reuters über Lufkin Daily News (Märkte), 04.11.2026
- Reuters über Yahoo Finance (Analysten), 04.11.2026
- Reuters über onvista (DAX), 04.11.2026
- dpa-AFX über finanzen.net, 04.11.2026
- Euronews, 04.11.2026
- Cash., 04.11.2026
Praxiswissen zu Baufinanzierung, Bausparen, Krediten, Versicherungen und Geldanlage. Kein Spam, Abmeldung mit einem Klick.
Fragen zu diesem Thema?
Ali Tajfirooz berät Sie persönlich – auf Deutsch, Farsi oder Englisch.
Passende Beiträge
🇪🇬 Ägypten: Sisi will Mandat zur Verteidigung Saudi-Arabiens – Parlament tagt Sonntag
Ägyptens Präsident al-Sisi bittet das Parlament um ein Mandat, Saudi-Arabien gegen Huthi-Angriffe zu verteidigen, falls Riad darum bittet. Die Sondersitzung findet am Sonntag statt.
🗳 Israel-Wahl: Kein Lager mit Mehrheit – Schekel und Börse in Tel Aviv geben nach
Nach der Parlamentswahl in Israel hat bisher kein Lager eine Mehrheit in der Knesset. Likud liegt vorn, Schekel und Aktien in Tel Aviv geben nach.
🇫🇷 Update: Nach Krawallen in Frankreich steigen Anleiherenditen – CAC 40 fällt
Nach schweren Krawallen in Frankreich steigen die Renditen französischer Staatsanleihen auf 4,86 Prozent, der CAC 40 fällt. Macron lehnt den Rücktritt von Innenminister Nuñez ab.
