🛢 Update Iran: USA greifen Insel Gheschm an – Ölpreis zieht nach 7,6-%-Minus wieder an

Das US-Militär hat am Montag nach Berichten mehrerer US-Medien und unter Berufung auf US-Regierungsvertreter Ziele auf der iranischen Insel Gheschm (Qeshm) in der Straße von Hormus angegriffen. Der Ölpreis, der am selben Tag wegen der Hoffnung auf Diplomatie um mehr als 7 % gefallen war, zog daraufhin im frühen Dienstagshandel wieder an. Ein Update zu unserer Meldung vom Montag.
Die Fakten im Überblick
- Angriff: Zuerst berichtete das „Wall Street Journal“, später auch AP, Reuters, CNN und CBS. Laut Axios griff ein US-Kampfflugzeug eine Stellung der Revolutionsgarden an, nachdem von dort eine Rakete auf ein US-Flugzeug abgefeuert worden sei.
- Offizielle Bestätigung: Das zuständige US-Regionalkommando Centcom reagierte zunächst nicht auf Anfragen. Laut USA Today hatte Centcom seit dem 1. September keine Angriffe auf iranische Militärziele mehr öffentlich gemacht.
- Einordnung aus Washington: US-Vertreter sprechen von begrenzten, defensiven Schlägen und ausdrücklich nicht von einer Rückkehr zu großen Kampfhandlungen. Laut WSJ war es der jüngste einer Reihe nicht angekündigter Schläge der vergangenen Wochen.
- Iranische Angaben: Die Agentur IRNA meldete mehrere Explosionen auf Gheschm, Fars auch aus einer Hafenstadt – bei dpa-AFX ist es Bandar Abbas, bei Al Jazeera Bandar Lengeh. Die Revolutionsgarden erklärten zudem, US-Drohnen abgefangen oder zerstört zu haben; unabhängig bestätigt ist das nicht. Zu Opfern fanden wir keine Angaben.
- Brent: Schluss am Montag 104,77 US-Dollar je Barrel, ein Minus von 8,66 Dollar oder 7,63 %. Am Dienstag um 2:04 Uhr deutscher Zeit 105,25 Dollar (+0,5 %), im dpa-AFX-Überblick vom Morgen 105,84 Dollar. Am 30. Oktober waren es noch 117,64 Dollar.
- WTI: Schluss am Montag 96,46 Dollar (−7,36 %), am Dienstag früh 96,93 Dollar.
Was gesagt wurde
US-Präsident Donald Trump sagte am Montag vor dem Bekanntwerden der Berichte: „Wir hatten einen Krieg mit dem Iran. Wir haben gewonnen“, wie The National berichtet. Und weiter, laut USA Today: „Ich weiß nicht, ob man es überhaupt einen Krieg nennen kann, denn wir haben seit Monaten nicht gekämpft.“
Vizepräsident JD Vance sagte laut USA Today über die Gespräche mit Teheran: „Wir haben sicherlich einige Fortschritte gemacht.“ Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte laut Iran International: „Alles hängt von der politischen Vernunft Washingtons ab.“ Eine offizielle Stellungnahme der iranischen Regierung speziell zu Gheschm fand sich in den ausgewerteten Berichten nicht.
Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, sagte laut Reuters zum Ölmarkt: „Der Bericht hat dem Ölpreis wieder einen gewissen Risikoaufschlag beschert.“ (Zitate aus dem Englischen übersetzt.)
Hintergrund
Der Krieg begann Ende Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran. Seitdem ist der Verkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt, über die zuvor rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls und Erdgases lief. Gesprochen wird weiter: Teheran erklärte am Montag, die Kontakte zu Washington dauerten an. Die Gespräche mit katarischen Vermittlern endeten laut Reuters mit geänderten Vorschlägen, aber ohne Durchbruch. Nach iranischer Darstellung könnte die Meerenge binnen zwei Tagen öffnen, wenn die USA die Bedingungen Teherans akzeptieren, darunter die Aufhebung der Seeblockade.
Offen bleibt, wie es nach den heutigen US-Kongresswahlen weitergeht. Auf die Frage nach neuen Angriffen nach der Wahl antwortete Trump mit „Nein“. Laut WSJ wägt er nach Angaben aus seiner Regierung aber weiter Optionen ab, und dpa-AFX verweist auf Medienberichte über Pläne für gemeinsame Angriffe mit Israel.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Einordnung: Bislang fällt die Marktreaktion klein aus. Der Anstieg am Dienstagmorgen macht nur einen Bruchteil des Rückgangs vom Montag wett; Brent liegt rund 12 Dollar unter dem Hoch vom Freitag. Für den Ölpreis bleibt entscheidend, ob sich die Schläge als begrenzte Einzelaktion erweisen oder die Gespräche belasten.
Für Verbraucher wirkt der Ölpreis mit Verzögerung auf Sprit- und Heizölpreise. Weil Öl in Dollar gehandelt wird, spielt auch der Wechselkurs eine Rolle; der Euro stand laut dpa-AFX zuletzt bei 1,1193 Dollar. Bleiben die Energiepreise hoch, kann das die Inflation stützen und damit auch die Zinserwartungen beeinflussen, die in Bau- und Sparzinsen einfließen. Ein direkter Effekt der nächtlichen Ereignisse darauf lässt sich noch nicht ablesen.
An der Börse sehen die Händler andere Treiber: Der DAX, der am Montag bei fallenden Ölpreisen 0,63 % auf 25.981 Punkte zulegte, wurde vorbörslich rund 0,8 % tiefer taxiert. Als Hauptgrund nennt dpa-AFX die Schwäche der Halbleiterwerte, nicht den Iran-Konflikt.
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Passend dazu: EZB und Fed 2026: Wie Zinsentscheide den Wechselkurs bewegen · Baukredit für den Neubau 2026
Quellen
- Reuters via SRN News, 03.11.2026
- dpa-AFX via onvista, 03.11.2026
- dpa-AFX Börsentag via ARIVA, 03.11.2026
- Al Jazeera, 03.11.2026
- USA Today via Yahoo, 03.11.2026
- The National, 03.11.2026
- Berliner Zeitung, 03.11.2026
- Iran International, 03.11.2026
- AsiaOne, 03.11.2026
- Seoul Economic Daily, 03.11.2026
- finanzen.net, 03.11.2026
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