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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 5. November 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 3 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

📉 Chip-Ausverkauf nach US-Wahl: Kospi fällt 5,3 % – SK Hynix verliert 9,5 %

Golden leuchtende Computerplatine mit Prozessor und Speicher – Chip-Ausverkauf nach der US-Wahl, Kospi fällt 5,3 %

Der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat an Asiens Börsen einen heftigen Ausverkauf bei Chip- und KI-Werten ausgelöst. Südkoreas Leitindex Kospi schloss am Donnerstag 5,28 % tiefer bei 5.383,80 Punkten, weil Anleger strengere Regeln für KI-Rechenzentren fürchten. Zusätzlich belasteten Zahlen des US-Chipkonzerns Qualcomm.

Die Fakten im Überblick

  • Kospi: minus 300 Punkte auf 5.383,80 nach einem Start mit minus 1,82 % (Yonhap).
  • Handelsbremse: Um 10:16 Uhr Ortszeit wurden Programmverkäufe für fünf Minuten ausgesetzt, der sogenannte Sidecar (Kyunghyang Shinmun). Laut Seoul Finance war es der 56. Sidecar in diesem Jahr.
  • Schwergewichte: Samsung Electronics fiel um 7,57 % auf 201.500 Won, SK Hynix um 9,46 % auf 1.264.000 Won (Korea Times, Blockmedia).
  • Kapitalabfluss: Ausländische Anleger verkauften laut Blockmedia netto rund 3,09 Billionen Won.
  • USA am Mittwoch: Der Dow Jones stieg um 3,03 %, der Philadelphia-Halbleiterindex fiel dagegen um rund 3,1 %. Micron verlor 7 %, SanDisk 7,9 % (Pomegra, Reuters).
  • Japan und Hongkong: Der Nikkei lag am Morgen deutscher Zeit knapp 2 % im Minus, der Hang Seng rund 3 % im Plus (finanzen.at). Advantest und Tokyo Electron gaben im Handelsverlauf 9,4 % und 7,7 % ab (AP).
  • Qualcomm: Der Umsatz von 10,44 Mrd. Dollar verfehlte die Erwartung von 10,48 Mrd. knapp, die Aktie fiel nachbörslich um mehr als 6 % (SiliconANGLE).

Was gesagt wurde

  • „Wir schätzen, dass 10 Prozent der Rechenzentren jetzt nicht zustande kommen“, schrieb Analyst Dan Ives laut Korea Times (übersetzt).
  • „Landesweite Regulierungen würden auf erhebliche Hürden stoßen“, hielt Han Ji-young von Kiwoom Securities dagegen, ebenfalls laut Korea Times (übersetzt).
  • „Wir haben kein Nachfrageproblem; es ist ein Angebotsproblem“, sagte Qualcomm-Chef Cristiano Amon laut SiliconANGLE (übersetzt).

Hintergrund

Mehrere siegreiche Gouverneurskandidaten der Demokraten haben angekündigt, den Bau von Rechenzentren zu bremsen. Gina Hinojosa, künftige Gouverneurin von Texas, will neue Projekte stoppen, bis das Landesparlament Schutzregeln beschlossen hat. Ähnliche Pläne gibt es laut Korea Times in Ohio und Georgia. Texas soll bis 2030 rund 25 bis 30 % der neuen US-Kapazität stellen.

Die Sorge: Verzögerte Projekte könnten Bestellungen für Speicherchips verschieben, von denen Samsung und SK Hynix zuletzt stark profitiert haben. Dem steht gegenüber, dass die Demokraten zwar beide Kongresskammern gewonnen, aber keine Zweidrittelmehrheit gegen ein Veto von Präsident Trump haben. Der neue Kongress tritt zudem erst im Januar zusammen. Auch Arm fiel trotz besserer Zahlen, weil der Ausblick die Erwartungen nur knapp übertraf.

Nicht alle Werte litten: In Seoul stiegen Hyundai Motor und Kia (Seoul Economic Daily), die Märkte schichteten also auch um. Über die US-Wahl selbst hatten wir hier berichtet, über den Kurssprung vom Mittwoch hier.

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Die folgende Einordnung ist unsere eigene. Der DAX ging am Mittwoch mit 26.437,67 Punkten (plus 2,22 %) nahe seinem Rekord von 26.618,74 aus dem Handel (finanzen.at). Wie stark deutsche Halbleiterwerte auf Asien reagieren, zeigt erst der Xetra-Handel.

Für Sparer mit breit gestreuten Fonds ist vor allem die Gewichtung wichtig: Welt-Indizes enthalten hohe Anteile großer US-Technologiekonzerne, sodass ein längerer KI-Rückgang auch dort sichtbar würde. Bisher fängt die Stärke anderer Branchen das teilweise auf, und ob die angekündigten Baustopps tatsächlich kommen, ist offen. Direkte Folgen für Kreditzinsen in Deutschland sind aus dieser Bewegung nicht abzulesen, dort bleibt die EZB maßgeblich. Als nächstes Ereignis steht die Bank of England an, die ihren Leitzins laut AP heute von 3,75 % auf 4 % anheben dürfte.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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