📈 Update US-Wahl: Dow springt über 1.000 Punkte – DAX wieder über 26.000

Nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen ziehen die Aktienmärkte auf beiden Seiten des Atlantiks deutlich an: Der Dow Jones stieg am Mittwoch zum Handelsstart in New York um mehr als 1.000 Punkte, der DAX eroberte die Marke von 26.000 Punkten zurück. Diese Meldung aktualisiert unseren Bericht vom Morgen, als vor allem die Reaktion des Dollars im Mittelpunkt stand.
Die Fakten im Überblick
Alle Kurse sind Zwischenstände vom Handelstag. Schlusskurse lagen bei Veröffentlichung noch nicht vor.
- Dow Jones: kurz nach Handelsbeginn +1.178 Punkte (+2,3 %) laut AP; später in der ersten Handelsstunde +2,11 % auf 52.878 Punkte laut dpa-AFX.
- S&P 500 und Nasdaq 100: +1,79 % auf 7.704 Punkte und +2,13 % auf 28.780 Punkte (dpa-AFX).
- DAX: +1,5 % auf 26.252 Punkte am frühen Nachmittag, nach 25.864,62 Punkten zum Vortagesschluss. Der EuroStoxx 50 gewann 1,7 %.
- US-Staatsanleihen: Die Rendite zehnjähriger Papiere sank laut AP von 4,95 % auf 4,92 %.
- Öl: Brent fiel laut AP im frühen Handel um 3 % auf 100,54 Dollar je Barrel; die US-Sorte WTI notierte laut Yahoo Finance rund 2,5 % tiefer bei 93,71 Dollar.
- Gold und Euro: Gold lag am Mittag in London mit 4.045 Dollar je Feinunze rund 3 % über dem Vortag. Der Euro stand bei etwa 1,12 Dollar.
- Gewinner: laut AP First Solar +15,1 %, Enphase Energy +12,1 %. Apple erreichte laut Yahoo Finance mit rund 6 % Plus ein Allzeithoch. Im MDax stieg der Windanlagenbauer Nordex laut dpa-AFX um 5,9 %.
- Verlierer laut AP: Trump Media -9,1 %, Tesla -5,2 %, SpaceX -4,8 %, Nvidia -1,5 %.
- US-Daten: Die Privatwirtschaft schuf laut ADP im Oktober 86.000 Stellen, erwartet waren rund 70.000. Der ISM-Index für Dienstleistungen fiel laut Yahoo Finance leicht auf 54,5 Punkte (Erwartung: 54,8).
Was gesagt wurde
Die demokratische Kongressmehrheit zusammen mit Trumps Gesprächsbereitschaft solle „extreme politische Ergebnisse bremsen und Risikoaufschläge senken“, schrieb George Saravelos, globaler Leiter der Devisenforschung bei der Deutschen Bank, laut CNN (aus dem Englischen übersetzt).
„Für Anleger dürften die kurzfristigen Folgen der Wahl begrenzt bleiben, auch wenn sich Chancen und Risiken verschieben“, sagte Johannes Mayr von Eyb & Wallwitz laut dpa-AFX.
Carsten Brzeski, globaler Makro-Chef der ING, sieht zwei Szenarien. Im ungünstigen sei Trump „keine lahme, sondern eine wütende Ente“, die Streit um Zölle und Verteidigungsausgaben neu anfacht; im günstigen eine „zahme Ente“, so AP (übersetzt).
„Gewinne schlagen Wahlen“, fasste Brian Jacobsen, Chefstratege von Annex Wealth Management, seine Sicht laut AP zusammen (übersetzt): Für die Kurse zählten Unternehmensgewinne langfristig mehr als Politik.
Hintergrund
Die Republikaner von Präsident Donald Trump verloren ihre Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus. Die Demokraten gewannen zudem mehrere Gouverneursämter, darunter in Texas. Die US-Terminkontrakte hatten in der Nacht zunächst nachgegeben und drehten dann ins Plus. Viele Marktteilnehmer hatten einen Sieg in diesem Ausmaß laut CNN nicht erwartet.
Analysten begründen die Kursgewinne vor allem mit der geteilten Macht in Washington: Tiefgreifende Änderungen werden unwahrscheinlicher, die Sorge vor zusätzlicher Staatsverschuldung nimmt ab. Auch dass Trump angekündigt hatte, die Ergebnisse anzuerkennen, wird als Faktor genannt. Trump behält allerdings sein Vetorecht, und den Demokraten fehlt eine Senatsmehrheit, die Blockaden per Filibuster überwinden könnte.
Unter Druck stehen KI-Werte: Anleger prüfen, ob in Staaten wie Texas nun Beschränkungen für den Bau von Rechenzentren drohen. AP weist zudem darauf hin, dass die Kursbewegungen nach einer Wahl nicht anhalten müssen.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Die folgende Einordnung ist unsere eigene Einschätzung, nicht die der genannten Quellen.
- Anleger: Der Kursanstieg ist bisher die Reaktion eines einzelnen Handelstags und sagt wenig über die weitere Entwicklung aus. Quartalszahlen und Zinsen bleiben wichtige Taktgeber.
- Zinsen und Finanzierung: Die leicht gesunkenen US-Renditen bedeuten keine automatische Entlastung für Bauzinsen in Deutschland, die sich stärker an Bundesanleihen orientieren. Die Euroraum-Inflation von 4,0 % und eine mögliche EZB-Zinserhöhung im Dezember wiegen hier schwerer.
- Energie: Ein günstigerer Ölpreis kann Sprit und Heizöl entlasten, sofern er anhält. Der Iran-Konflikt und die Lage an der Straße von Hormus bleiben der entscheidende Unsicherheitsfaktor.
- Exportwirtschaft: Ein stärkerer Euro verbilligt Importe, macht deutsche Waren in Dollar-Märkten aber teurer. Ob der Zollstreit nach der Wahl abflaut oder neu aufflammt, ist offen.
Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
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Quellen
- AP über WSVN, 04.11.2026
- The Boston Globe, 04.11.2026
- CNN über KEYT, 04.11.2026
- dpa-AFX über finanzen.net (Wall Street), 04.11.2026
- dpa-AFX über finanzen.ch (DAX), 04.11.2026
- dpa-AFX über Investing.com (Gold), 04.11.2026
- onvista, 04.11.2026
- Yahoo Finance, 04.11.2026
- International Business Times, 04.11.2026
- The Epoch Times, 04.11.2026
- ZDFheute-Ticker, 04.11.2026
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