📉 Update KI-Ausverkauf: S&P 500 fällt über 3 %, DAX dreht vom Rekord ins Minus

Der Ausverkauf an der Wall Street hat am Donnerstag den breiten Markt und Europa erreicht. Der S&P 500 lag im US-Handel zuletzt rund 3,4 bis 4 % im Minus, der Dow Jones verlor mehr als 1.400 Punkte. In Frankfurt drehte der DAX nach einem Rekordhoch ins Minus.
Die Meldung ist ein Update zu unserem Bericht von 17 Uhr. Alle US-Kurse sind Stände aus dem laufenden Handel; die New Yorker Börse schließt erst um 22 Uhr deutscher Zeit, die Zahlen können sich also noch deutlich ändern.
Die Fakten im Überblick
- USA um 18:24 Uhr MEZ (Reuters): Dow Jones minus 2,63 % auf 51.952 Punkte, S&P 500 minus 3,41 % auf 7.426 Punkte, Nasdaq Composite minus 4,55 % auf 24.564 Punkte.
- Gegen 19 Uhr MEZ (Kursanzeige Yahoo Finance): Dow minus 3,1 %, S&P 500 minus 4,0 %, Nasdaq minus 5,3 %. Die Kursanzeige nennt keine Uhrzeit, der Zeitpunkt ist aus dem angezeigten Countdown zum Börsenschluss abgeleitet.
- Historische Einordnung: Der S&P 500 steuerte laut AP auf den stärksten Rückgang seit dem Zoll-Ausverkauf im April 2025 zu.
- Nasdaq: Der Composite-Index steuert laut Reuters auf eine Korrektur zu, also mindestens 10 % unter dem Rekordschluss vom 6. Oktober. Der Nasdaq 100 hatte diese Schwelle schon am Montag erreicht. Bleibt es bei seinem Tagesminus von rund 5,2 %, wären laut Reuters über 2 Billionen Dollar Börsenwert verloren.
- Einzelwerte USA: Nvidia je nach Zeitpunkt minus 7,7 % (Reuters) bis minus 9 % (dpa-AFX). AMD verlor laut AP 15,9 %, Micron laut dpa-AFX knapp 16 %, Qualcomm 11,5 % (Reuters) bis knapp 14 % (dpa-AFX). Der Philadelphia-Halbleiterindex fiel laut Reuters um knapp 10 %.
- Angstbarometer: Der Volatilitätsindex VIX stieg laut Yahoo Finance um über 65 % auf bis zu 27,45 Punkte.
- Deutschland (dpa-AFX): DAX-Rekord bei knapp 26.693 Punkten, Schluss bei 26.325,01 Punkten (minus 0,43 %). MDAX minus 0,92 %, Euro Stoxx 50 minus 0,55 %. Der SDAX schloss 1,39 % tiefer (ad-hoc-news).
- Einzelwerte Europa (dpa-AFX): Infineon schloss 8,5 % tiefer. ASML fiel zeitweise um mehr als 9 %, der Börsenwert sank um fast 50 Milliarden Euro.
- Anleihen und Öl (AP, Stand US-Vormittag): Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank auf 4,84 % nach 4,90 % am Vorabend. Brent stieg um 2,2 % auf 96,70 Dollar.
Was gesagt wurde
„Anleger scheinen zu erkennen, dass einige neu gewählte Kongressmitglieder und Gouverneure das Tempo drosseln wollen“, sagte Melissa Brown, bei SimCorp für die Forschung zu Anlageentscheidungen zuständig, laut Reuters. Es sei allerdings „unwahrscheinlich“, dass sie den Ausbau der KI-Infrastruktur ganz stoppen könnten.
„Wir gehen davon aus, dass dieser aggressive KI-Ausbau genauer geprüft wird“, sagte Ipek Ozkardeskaya, Senior-Analystin bei der Swissquote Bank, laut Reuters.
„Auf die Wahleuphorie folgt die Ernüchterung“, kommentierte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG laut dpa-AFX. Die Experten von Index-Radar sehen dagegen zunehmend eine „Übertreibung auf der Unterseite“.
Die Zitate von Brown und Ozkardeskaya sind aus dem Englischen übersetzt. Eine Stellungnahme der US-Regierung zum Kursrutsch fand sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
Hintergrund
Die Demokraten hatten bei den Zwischenwahlen beide Kammern des Kongresses gewonnen, auch in Bundesstaaten mit vielen Rechenzentren. Laut dpa-AFX fordert die designierte demokratische Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, ein sofortiges Moratorium für den Bau neuer Rechenzentren. Anleger befürchten nun strengere Auflagen und einen langsameren Ausbau.
AP nennt als weiteren Grund die hohen Finanzierungskosten solcher Projekte. Hinzu kamen enttäuschende Zahlen von Qualcomm. Dazu deuteten die Fed-Vertreter Beth Hammack und Thomas Barkin laut Reuters weitere Zinserhöhungen an. Am Freitag stehen die US-Arbeitsmarktdaten für Oktober an.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Einordnung: Der DAX hielt sich deutlich besser als die US-Indizes, doch der europäische Handel endete vor dem weiteren Verlauf in New York. Wie der Tag in den USA ausgeht, dürfte sich daher erst am Freitag in Frankfurt zeigen. Betroffen sind vor allem Unternehmen, die am Bau von Rechenzentren und an Chips verdienen.
Wer über breit gestreute Weltindex-Fonds spart, ist indirekt betroffen, weil US-Technologiewerte darin meist hoch gewichtet sind. Ein einzelner Handelstag sagt wenig über die längere Entwicklung aus. Für Bauzinsen und Tagesgeld zählen vor allem Anleiherenditen und die Politik der Notenbanken; wer eine Anschlussfinanzierung plant, sollte daher eher diese Größen beobachten als die Aktienkurse. Ob es tatsächlich zu strengeren Regeln für Rechenzentren kommt, ist offen.
Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
📅 Persönliche Beratung – Termin online buchen
Starke Börsenschwankungen werfen Fragen zur Aufteilung von Erspartem und zur Absicherung Ihrer Finanzierung auf – wir ordnen Ihre Situation gemeinsam ein. Kostenlos & unverbindlich – mit sofortiger Bestätigung und Kalendereintrag.
Oder direkt: WhatsApp/Telefon +49 176 70 200 705 · info@alitaj.de
Quellen
- Reuters über Central Oregon Daily, 05.11.2026
- Reuters über Honolulu Star-Advertiser, 05.11.2026
- Reuters über Kitco, 05.11.2026
- AP über NBC Bay Area, 05.11.2026
- Yahoo Finance Live, 05.11.2026
- dpa-AFX über ARIVA.DE: Aktien Frankfurt Schluss, 05.11.2026
- dpa-AFX über ARIVA.DE: Aktien im Fokus, 05.11.2026
- dpa-AFX über ARIVA.DE: Aktien New York, 05.11.2026
- ad-hoc-news: SDAX, 05.11.2026
Praxiswissen zu Baufinanzierung, Bausparen, Krediten, Versicherungen und Geldanlage. Kein Spam, Abmeldung mit einem Klick.
Fragen zu diesem Thema?
Ali Tajfirooz berät Sie persönlich – auf Deutsch, Farsi oder Englisch.
Passende Beiträge
🕊 Teheran: Iran, Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan vereinbaren weitere Sicherheitsgespräche
Erstes Vierer-Treffen in Teheran: Iran, Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan wollen ihre Sicherheitsgespräche fortsetzen – ein konkretes Abkommen gibt es nicht. Der Ölpreis gab leicht nach.
📉 Mercedes-Benz senkt Prognose 2026 – China-Schwäche drückt Pkw-Marge auf 2–3 %
Mercedes-Benz hat seine Jahresziele 2026 überraschend gesenkt: Die Pkw-Marge soll nur noch 2 bis 3 Prozent erreichen. Grund sind die Schwäche in China und höhere Kosten im vierten Quartal.
📈 Großbritannien: Inflation steigt auf 3,5 % – Zinserhöhung im November rückt näher
Die britische Inflation ist im September überraschend auf 3,5 Prozent gestiegen – getrieben von Kraftstoffpreisen. Eine Zinserhöhung der Bank of England im November gilt als nahezu sicher.
