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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 6. November 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 4 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

📉 Update KI-Ausverkauf: S&P 500 schließt 4,4 % tiefer, Nikkei verliert rund 6 %

Rote Balkengrafik mit fallendem Trend: S&P 500 schließt 4,4 % tiefer, Nikkei verliert rund 6 %

Der Ausverkauf bei KI- und Chipaktien hat sich bis zum Börsenschluss in New York am Donnerstag verschärft und am Freitagmorgen Asien erfasst. Der S&P 500 schloss 4,4 Prozent tiefer, sein schwächster Tag seit April 2025; in Tokio fiel der Nikkei 225 um rund 6 Prozent, in Seoul wurde der Handel zeitweise unterbrochen. Diese Meldung aktualisiert unseren Bericht von Donnerstagabend, der noch vor dem US-Handelsschluss erschien.

Die Fakten im Überblick

  • S&P 500: minus 334,89 Punkte (4,4 %) auf 7.353,73 Punkte (AP)
  • Dow Jones: minus 1.833,06 Punkte (3,4 %) auf 51.523,06 Punkte (AP)
  • Nasdaq Composite: minus 1.421,52 Punkte (5,5 %) auf 24.315,00 Punkte, damit 11,9 % unter dem Rekord vom Oktober und in einer „Korrektur“ (AP)
  • Nasdaq 100: rund 6,4 % Minus, laut dpa-AFX der größte Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020; der Philadelphia-Halbleiterindex verlor mehr als 12 %
  • US-Einzelwerte: Nvidia minus 9,3 %, AMD minus 17,3 %, GE Vernova minus 7,5 %; gegen den Trend AppLovin plus 31 % nach starken Zahlen (AP)
  • Japan: Nikkei 225 laut finanzen.net minus 6,23 % auf 57.273,12 Punkte; Bloomberg nannte kurz vor Handelsende minus 5,8 % und den größten Tagesverlust seit April 2025
  • Südkorea: Kospi zeitweise bis zu 8,8 % im Minus, Handelsunterbrechung per Circuit Breaker (Bloomberg); zuletzt gemeldet rund 4,9 % Minus (Dow Jones)
  • Asiatische Einzelwerte (Dow Jones): SK Hynix minus 9,1 %, Samsung minus 5,7 %, SoftBank und Kioxia je minus 11 %
  • DAX: Schluss am Donnerstag 26.325,01 Punkte (minus 0,43 %); der Broker IG taxierte ihn rund 2,5 Stunden vor Xetra-Start 0,8 % tiefer bei 26.105 Punkten (dpa-AFX)
  • Öl und Anleihen: Brent am Freitag in Asien bei 99,70 Dollar (plus 1,4 %), Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen 4,83 % (Bloomberg)

Was gesagt wurde

„Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung“, sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank, laut dpa-AFX.

„Die scharfe Korrektur ist zum Teil eine Neubewertung der künftigen US-Infrastrukturnachfrage“, sagte Charu Chanana, Chefanlagestrategin von Saxo Markets, laut Dow Jones.

„Das fühlt sich an wie die Kapitulationsphase bei den Profiteuren der Rechenzentrums-Investitionen, vor allem bei den Halbleitern“, sagte Jed Ellerbroek, Fondsmanager bei Argent Capital Management, gegenüber Reuters, zitiert von Fox Business (übersetzt). Er fügte hinzu, das Ausmaß der Bewegungen halte er für überzogen.

Vorsichtiger äußerte sich John Woods, Asien-Anlagechef von Lombard Odier: „Ich frage mich, ob die KI-Geschichte vorbei ist, und ich kann keinen klaren Eindruck gewinnen, dass sie es ist“, sagte er laut Bloomberg (übersetzt). Eine Stellungnahme des Weißen Hauses oder führender Demokraten zu den Kursverlusten fand sich in den ausgewerteten Berichten nicht.

Hintergrund

Die AP nennt mehrere Auslöser: Höhere Finanzierungskosten könnten den Bau von KI-Rechenzentren bremsen. Nach den Wahlsiegen der Demokraten bei den Zwischenwahlen wächst zudem die Sorge vor Baustopps, weil viele Wähler KI und steigende Stromrechnungen skeptisch sehen. Laut CNBC TV18 forderte die neu gewählte Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, ein sofortiges Moratorium für neue Rechenzentren. Ein konkretes Bundesgesetz beschreiben die Berichte nicht. Hinzu kommt die Unsicherheit durch den Iran-Krieg.

Asien traf es so hart, weil Südkorea und Taiwan nach Einschätzung von Chanana zu konzentrierten Wetten auf den KI-Hardwarezyklus geworden sind. Am Freitag stabilisierten sich die US-Terminkontrakte zunächst: S&P-500-Futures kaum verändert, Nasdaq-100-Futures plus 0,8 % (Bloomberg). Um 14:30 Uhr MEZ folgt der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Die Erwartungen reichen von rund 65.000 neuen Stellen (Gulf News) bis zu 26.000 (Bloomberg Economics).

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Als Einordnung: Der DAX hat am Donnerstag deutlich weniger verloren als die US-Technologieindizes, weil Tech-Werte in ihm ein geringeres Gewicht haben. Wer breit gestreute Weltindex-Fonds besitzt, ist dagegen über den hohen US-Anteil spürbar betroffen; ein einzelner Börsentag sagt allerdings wenig über die langfristige Entwicklung aus.

Für Kreditnehmer ist das Bild gemischt. Die Flucht in Anleihen drückt die US-Renditen, die im Oktober noch über 5,30 % lagen (AP), und auch in Japan fielen sie deutlich. Dem steht in Europa die Euroraum-Inflation von 4,0 % und der Ölpreis nahe 100 Dollar gegenüber. Ob Bauzinsen deshalb nachgeben, lässt sich derzeit nicht verlässlich sagen. Wer eine Anschlussfinanzierung plant, sollte Angebote im Blick behalten.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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