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Weltnachrichten Wirtschaft & Märkte 📅 25. Oktober 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 4 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

⚠ Huthis melden Angriffe auf Saudi-Ölanlagen – Ost-West-Pipeline im Visier

Industrieanlagen am Meer im Abendlicht – Huthis melden Angriffe auf Saudi-Ölanlagen und Ost-West-Pipeline

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben am Samstag, 24. Oktober, eine ganze Serie von Raketen- und Drohnenangriffen auf Saudi-Arabien gestartet – Ziele waren demnach Ölanlagen, Flughäfen und ein Luftwaffenstützpunkt. Im Fokus steht die Ost-West-Pipeline, über die Saudi-Arabien seit der Blockade der Straße von Hormus einen Großteil seiner Ölexporte zum Roten Meer leitet. Riad hat Treffer bislang nicht bestätigt.

Die Fakten im Überblick

  • Umfang: Huthi-Militärsprecher Yahya Saree meldete sieben Operationen mit Raketen und Drohnen.
  • Genannte Öl-Ziele: eine Aramco-Anlage in Yanbu, die Raffinerie Rabigh (rund 400.000 Barrel pro Tag Kapazität), Rohöl-Pumpstationen sowie die Ost-West-Pipeline.
  • Genannte Flughäfen/Militär: King Khalid International (Riad), King Fahd International (Dammam), ein Flughafen in Nadschran und ein Luftwaffenstützpunkt in Chamis Muschait.
  • Saudische Seite: Die saudisch geführte Koalition meldete das Abfangen von zwei ballistischen Raketen in Richtung Yanbu und Taif. Der Zivilschutz berichtete über herabfallende Trümmerteile in den Regionen Mekka und Medina. Eine Schadensbilanz für Ölanlagen gibt es nicht.
  • Jemen: Der Huthi-Sender Al-Masirah wirft Saudi-Arabien Luftangriffe mit 17 Toten vor; Riad hat diese nicht kommentiert, die Angaben sind nicht unabhängig überprüft. In Aden trafen laut Innenministerium der international anerkannten Regierung Huthi-Raketen Gebäude der Küstenwache.
  • Ost-West-Pipeline: rund 1.200 km lang, ausgelegt auf etwa 7 Mio. Barrel pro Tag; sie verbindet die Ölfelder im Osten mit dem Exporthafen Yanbu am Roten Meer.
  • Ölpreis: Die Nordseesorte Brent schloss die Woche bei rund 117 US-Dollar je Barrel – mehr als 20 % über dem Niveau von Anfang Oktober. Der Handel öffnet wieder in der Nacht zu Montag.

Was gesagt wurde

Die Huthis bestreiten, Mekka und Medina ins Visier genommen zu haben. Die saudischen Angaben seien „eine große und gewaltige Lüge“, sagte Huthi-Sprecher Yahya Saree laut Gulf News (Übersetzung). Die Koalition machte dagegen „die Huthi-Miliz“ für die Raketen verantwortlich und meldete die Abfangerfolge, äußerte sich aber nicht zu möglichen Schäden.

Parallel verschärft sich der Ton zwischen Washington und Teheran. „Könnte es an diesem Wochenende einen Angriff geben? Absolut“, sagte US-Sondergesandter Tom Barrack in einem Podcast laut Gulf News. US-Präsident Donald Trump hält beide Wege offen: „Vielleicht machen wir noch ein kleines Epic Fury, oder sie stimmen zu“, sagte er bei einem Wahlkampfauftritt in Florida laut The Tribune/ANI.

Irans Generalstabschef Ali Abdollahi entgegnete laut derselben Quelle, man werde „unter keinen Umständen und zu keinem Zeitpunkt“ US-Kriegsschiffen die Einfahrt in den Persischen Golf erlauben.

Hintergrund

Seit der Iran die Straße von Hormus blockiert, ist die Ost-West-Pipeline zur wichtigsten Exportader Saudi-Arabiens geworden. Sie war bereits mehrfach Ziel von Angriffen: Laut dem Datenanbieter Kpler stand der Durchfluss im September rund zehn Tage still, Anfang Oktober meldete eine Quelle aus der Energiebranche gegenüber AFP einen erneuten Stopp nach einem Treffer auf eine Pumpstation bei Churais. Die aktuellen Angriffe brechen zudem endgültig mit der 2022 unter UN-Vermittlung vereinbarten Waffenruhe zwischen Saudi-Arabien und den Huthis. Gleichzeitig dementierten iranische Medien am Wochenende Berichte, Teheran habe den USA über pakistanische Vermittler ein neues Angebot zur Öffnung von Hormus unterbreitet. Zuvor hatte Präsident Peseschkian den USA die Schuld am Scheitern eines Zwischenabkommens gegeben (unsere Meldung).

Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet

Entscheidend für die Märkte ist, ob die Angriffe tatsächlich Schäden an Pipeline oder Verladeanlagen verursacht haben. Bislang liegen dafür keine bestätigten Angaben vor. Da mit Hormus und dem Ausweichweg über das Rote Meer nun beide zentralen Routen für Öl aus der Golfregion unter Druck stehen, gilt das Risiko weiterer Preisausschläge zum Wochenstart als erhöht – wie stark der Ölpreis reagiert, ist jedoch offen.

Für Verbraucher in Deutschland schlagen hohe Ölpreise vor allem bei Heizöl, Diesel und Benzin durch, mit Verzögerung auch bei Transport- und Produktionskosten. Anhaltend hohe Energiepreise erschweren es der EZB, die Inflation einzudämmen; die Notenbank entscheidet in der kommenden Woche über ihre Geldpolitik. Für Kreditnehmer und Sparer bleibt damit die Zinsentwicklung ungewiss. Wer eine Baufinanzierung oder Anschlussfinanzierung plant, sollte die Konditionen deshalb genau beobachten – einen Überblick bietet unser Beitrag Baufinanzierung Berlin 2026. Zur jüngsten Ölpreisentwicklung siehe auch: Brent auf Kriegshoch über 117 Dollar.

Diese Meldung dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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Quellen

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