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Projekt Heidehorn 📅 2. November 2026 ✍️ Ali Tajfirooz ⏱️ 5 Min. Lesezeit 🔖 Zum Merken einloggen

Heidehorn 1: Holzlaube statt Glashalle – der überarbeitete Entwurf

Beim Heidehorn 1 in Bad Schandau, Ortsteil Ostrau, hat sich der Entwurf für den Anbau deutlich verändert. Die Untere Denkmalschutzbehörde hat uns in den letzten Tagen mehrere Hinweise gegeben. Wir haben sie umgesetzt: Statt einer Glashalle mit Dachterrasse steht im Zielbild jetzt eine offene Holzlaube auf dem alten Sandsteinsockel. Sie ist kleiner als der heutige Anbau, kragt nirgends aus, und alle Beläge sind aus Sandstein. Dieser Beitrag zeigt der Reihe nach, was gesagt wurde, was wir geändert haben und was noch offen ist.

Chronik: Hinweise und Änderungen

Datum Was passiert ist
22.10.2026 Ortstermin mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Ergebnis: Dachstuhl und Fachwerk werden zuerst von einem Holz-Sachverständigen untersucht. Die bestehenden Anbauten dürfen nach Genehmigung abgerissen werden. Der neue Anbau soll sich zurücknehmen, kleiner proportioniert und traditioneller gestaltet sein. Für das Dach ist ein kleinformatiger Biberschwanz-Tonziegel in Naturrot vereinbart.
26.10.2026 Schriftlicher Nachtrag der Behörde zum Ortstermin mit einer Liste regionaler Holz-Sachverständiger. Am selben Tag haben wir die Anzeige nach § 12 SächsDSchG und den Förderantrag 2027 eingereicht und um eine Einschätzung zum Entwurf gebeten.
27.10.2026 Hinweise der Behörde zur Anzeige: Ausbau, Aufarbeitung oder Erneuerung von Fenstern und Türen gehören nicht in die Anzeige. Die Fenster bleiben eingebaut, damit weder Nässe noch Unbefugte ins Haus kommen. Die Neueindeckung des Daches wird Teil der späteren Genehmigung. Werden die Betondachsteine abgenommen, wird das Haus mit einer Plane geschützt. Pläne und Ansichten sollen als einfache Abbildungen kommen, nicht als Links oder QR-Codes. Wir haben die Anzeige entsprechend korrigiert.
31.10.2026 Rückmeldung der Behörde zum Entwurf des Anbaus: nicht größer als der bestehende Anbau, keine Auskragung über den Sockel, schlichter und traditioneller, keine großen Glasflächen. Dazu die Frage, ob der Pool auf der unteren Ebene notwendig ist.
02.11.2026 Entwurf überarbeitet: Holzlaube statt Glashalle, 2 m kürzer als der Bestandsanbau, Sandsteinbeläge. Die Antwort an die Behörde mit Ansichten, Lageplan und unseren Fragen ist vorbereitet.

Was sich am Entwurf geändert hat

  • Holzlaube statt Glashalle: offene Laube aus Eiche mit Pfosten, Kopfbändern und einer Brüstung mit Staketen. Es gibt keine Glasfassade mehr.
  • Kleiner als der Bestand: Die Laube misst 7,8 × 9,8 m. Der heutige Anbau ist 7,8 × 11,8 m groß. Am südöstlichen Ende haben wir die Laube um 2 m eingerückt; dort bleibt eine offene Terrasse von etwa 7,8 × 2,0 m auf dem Sockel.
  • Keine Auskragung: Nichts ragt über den Sandsteinsockel hinaus. Die Dachterrasse und die Außentreppe dorthin entfallen ganz, ebenso die Türen im Südwest-Giebel, die zur Dachterrasse geführt hätten.
  • Niedriger als heute: Die Traufe liegt außen bei +2,45 m, der Anschluss an der Hauswand bei +3,15 m, also unter den Fenstern des Obergeschosses. Der heutige Anbau reicht bis etwa +3,45 m.
  • Dach: flach geneigtes Pultdach in Zinkblech mit Stehfalz. Ein Ziegeldach braucht deutlich mehr Neigung und hätte unter den Fenstern keinen Platz. Als Alternative haben wir der Behörde eine ganz offene Laube ohne festes Dach vorgeschlagen, zum Beispiel mit Wein.
  • Tragwerk: eine eigene Pfostenreihe vor der Hauswand, damit keine Lasten in das Denkmal gehen.

Warum Sandstein

Pooldeck, Treppen, Wege und die Terrasse auf dem Sockel bekommen im Zielbild Sandsteinplatten statt der bisher hellen Flächen. Sandstein ist das Baumaterial der Region. Die Platten werden in Bahnen mit wechselnden Längen verlegt, so wie man es früher gemacht hat.

Am Wasser zählt vor allem die Rutschsicherheit. Die DGUV Information 207-006 ordnet Beckenumgänge in nassbelasteten Barfußbereichen der Bewertungsgruppe B zu, ins Wasser führende Treppen der Gruppe C. Deshalb ist für die Flächen am Pool eine raue, nicht geschliffene Oberfläche vorgesehen. Sandstein in schattigen, feuchten Bereichen braucht außerdem regelmäßige Reinigung gegen Algen und Moos.

Neue Eiche oder historisches Altholz?

Für Pfosten und Brüstung gibt es zwei Wege. Der erste ist neue Eiche, von Hand in historischen Formen gearbeitet. Der zweite ist historisches Altholz aus dem Rückbau von Gebäuden aus derselben Zeit. Altholz würde das Alter sichtbar machen. Es muss aber vorher geprüft werden:

  • auf Schädlinge wie Hausbock oder Nagekäfer,
  • auf alte Holzschutzmittel: In der DDR wurde zum Beispiel Hylotox 59 mit DDT und Lindan in großen Mengen eingesetzt, auch an Dachstühlen; es wurde 1989 verboten,
  • bei tragenden Teilen auf die Festigkeit durch einen Sachverständigen.

Welche Variante passt, möchten wir mit der Denkmalschutzbehörde klären. Wir haben sie auch um Beispielfotos für die Gestaltung der Hölzer gebeten, etwa für Fasen, Profile oder gesägte Brettbaluster.

Offene Frage: der Pool

Die Behörde hat gefragt, ob der Pool auf der unteren Ebene notwendig ist. Nach heutigem Planstand ist er trapezförmig, etwa 10,8 × 1,8 bis 5,3 m groß, mit Wasserspiegel bei −1,95 m. Rundum liegt ein Pooldeck aus Sandstein auf −1,85 m, dazu kommen zwei Whirlpools mit je 1,9 m Durchmesser. Wir haben die Behörde um ihre Vorschläge gebeten. Denkbar sind auch kleinere Lösungen, etwa nur ein kleines Becken oder ein Garten mit Sandsteinmauern statt Pool.

Die Datierung

Wir gehen bisher von einer Bauzeit um 1820 aus. Die Formen der Hölzer sollen dazu passen. Einige Vorbilder mit reich verzierten Holzbalkonen, die wir gesammelt haben, tragen Jahreszahlen um 1895 und gehören damit in eine spätere Zeit. Für ein Haus aus der Zeit um 1820 wären schlichtere Formen typisch, zum Beispiel gefaste Pfosten, Kopfbänder und einfache Staketen. Wir haben die Behörde deshalb nach der Datierung und dem Text der Denkmalliste gefragt.

Was als Nächstes kommt

Der Entwurf wird vor dem Bauantrag erneut mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Die laufende Anzeige und der Förderantrag 2027 betreffen nur die erste Phase am Bestandsgebäude: Entrümpelung, Freilegung, Holzgutachten und Notsicherung. Das aktuelle 3D-Modell mit allen Änderungen steht auf der Projektseite Heidehorn 1.

Fragen oder Hinweise zum Projekt nehmen wir gern entgegen: heidehorn@alitaj.de.

Zielbild, kein Antragsinhalt. Planungsstand 02.11.2026. Genehmigungen und Standsicherheitsnachweise stehen noch aus.

Quellen

Fragen zu diesem Thema?

Ali Tajfirooz berät Sie persönlich – auf Deutsch, Farsi oder Englisch.

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