⚔ Iran-Konflikt: Trump droht mit Angriff „vielleicht morgen“ – Teheran: Hormus bleibt verändert

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag einen erneuten Militärschlag gegen Iran ausdrücklich nicht ausgeschlossen – „vielleicht morgen“, sagte er vor Journalisten. Gleichzeitig hält er ein Abkommen für möglich. Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Sonntag in Teheran, die Straße von Hormus werde nicht mehr so funktionieren wie vor dem Krieg. Damit bleibt die wichtigste Öl-Meerenge der Welt vor einer wichtigen Börsenwoche im Fokus.
Die Fakten im Überblick
- Samstag, 24. Oktober: Trump lässt laut ANI und Türkiye Today offen, ob und wann die USA Iran erneut angreifen – nennt aber ausdrücklich „morgen“ als Möglichkeit und spricht zugleich von einem möglichen „großen, schönen“ Abkommen.
- Sonntag, 25. Oktober: Araghchi sagt bei einer Rede am Institut für Politische und Internationale Studien seines Ministeriums in Teheran, die Routen durch die Straße von Hormus würden nicht mehr dieselben sein wie zuvor (laut LaPresse unter Berufung auf Al Jazeera sowie Times of Israel).
- Vermittlung über Pakistan: Die den Revolutionsgarden nahestehende Agentur Tasnim weist Berichte über einen neuen iranischen Vorschlag an Pakistan als erfunden zurück; Irans bestehender Plan sei Washington bereits über Vermittler übermittelt worden.
- Saudi-Arabien: Der saudische Zivilschutz gab am Sonntagmorgen laut ABC News Sicherheitswarnungen für Riad, Khamis Mushait und Abha heraus und meldete kurz darauf Entwarnung.
- Ölpreis: Brent schloss am Freitag laut FinanceFeeds bei 116,72 US-Dollar je Barrel (+3,14 %), dem höchsten Schlusskurs seit Ende April; auf Wochensicht ein Plus von rund 6 %.
- Termine: Am Mittwoch, 28. Oktober, entscheidet die US-Notenbank Fed über den Leitzins; am Donnerstag folgen US-Daten zu BIP und PCE-Inflation.
Was gesagt wurde
„Glauben Sie wirklich, dass ich Ihnen das sagen würde? Vielleicht morgen … Es gibt die Möglichkeit, dass ich es tue“, sagte Trump auf die Frage nach einem Angriff, wie die Nachrichtenagentur ANI berichtet. Und weiter: „Sie wollen einen Deal machen, aber das Problem ist: Werden sie sich an den Deal halten?“ (übersetzt).
„Die Routen in der Straße von Hormus werden nicht mehr dieselben sein wie zuvor“, sagte Außenminister Araghchi laut Times of Israel. „Ob Krieg herrscht oder nicht, unsere Politik bleibt dieselbe.“ (übersetzt)
„Iran ist bereit, der Diplomatie noch eine Chance zu geben“, schrieb Araghchi laut Türkiye Today in einem Gastbeitrag für die Financial Times. Ein Sprecher der Revolutionsgarden warnte dagegen laut der Agentur Fars: Selbst auf eine begrenzte Aktion werde Irans Antwort „um ein Vielfaches größer“ ausfallen.
Hintergrund
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran dauert seit Februar an. Seitdem ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssiggas – immer wieder gestört; die USA halten eine Seeblockade iranischer Häfen aufrecht. Erst am Freitag hatte Irans Präsident Peseschkian den USA die Schuld am Scheitern eines Zwischenabkommens gegeben (unsere Meldung). Zusätzlich greifen die jemenitischen Huthis Ölanlagen in Saudi-Arabien an (Meldung von heute Vormittag). Laut Times of Israel rief Parlamentspräsident Ghalibaf zudem dazu auf, den Gasverbrauch im Land vor dem Winter um mindestens 10 % zu senken, nachdem Gasinfrastruktur im Krieg getroffen worden war.
Was das für Wirtschaft, Märkte und Verbraucher in Deutschland bedeutet
Für Deutschland ist vor allem der Energiepreis der Übertragungsweg. Solange offen bleibt, ob es zu neuen Angriffen oder zu einem Abkommen kommt, dürfte die Unsicherheit am Ölmarkt hoch bleiben – beide Szenarien sind laut Trumps eigenen Worten möglich. Ein Ölpreis um 115 Dollar wirkt über Heizöl, Diesel und Transportkosten auf die Inflation und belastet energieintensive Branchen. Zum Wochenstart dürften Anleger deshalb neben den Nachrichten aus der Golfregion besonders auf die Fed-Entscheidung am Mittwoch achten: Höhere Energiepreise erschweren den Notenbanken Zinssenkungen, was sich mittelbar auch auf Bauzinsen und Sparzinsen auswirken kann. Eine verlässliche Prognose der Preisentwicklung ist derzeit nicht möglich.
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Weiterlesen: Kriegsökonomie 2026 – was Konflikte für Märkte bedeuten · Brent auf Kriegshoch über 117 Dollar
Quellen
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